Mittwoch, 20. September 2017

Möglichkeiten zum Steuern absetzen

Die Steuerbelastung für Unternehmen wird zunehmend gesenkt und laut Aussagen des Staates müsse auch der kleine Mann keine höheren Steuern zahlen. Dennoch kommt es vielen Menschen so vor, als würde die Steuerbelastung stetig steigen. Jedes Jahr scheint etwas weniger vom Bruttobetrag übrig zu bleiben, weil die Steuerlast enorm hoch sei. Besonders verhasst dabei, der Solizuschlag.

Dieser wurde ursprünglich eingeführt, um die neuen Bundesländer zu unterstützen und aufzubauen. Heute, 18 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung muss dieser immer noch bezahlt werden, was viele für eine Schikane des Staates halten. Denn der Betrag wird kaum noch zum „Aufbau Ost“ verwendet, erhöht aber die Steuerlast nicht unerheblich.

Dies ist die eine Seite der Medaille. Doch die Kehrseite, nämlich die schier unendlich vielen Möglichkeiten, Steuern abzusetzen, sehen die wenigsten. Wohl auch deshalb, weil das deutsche Steuerrecht eines der kompliziertesten weltweit ist und man als Laie kaum eine Chance hat, hier durchzublicken.

Dass man die täglichen Fahrten zur Arbeit von der Steuer absetzen kann, dürfte wohl hinreichend bekannt sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob man mit dem eigenen Auto oder mit einem öffentlichen Verkehrsmittel oder auch in einer Fahrgemeinschaft zur Arbeit fährt. Hier kann jedermann den gleichen Betrag für Fahrtkosten steuerlich geltend machen. Doch die wenigsten wissen, dass ein Autounfall auf dem Weg zur Arbeit ebenfalls günstig für die Steuer sein kann. Denn befindet man sich auf direktem Wege von der Arbeit oder auf die Arbeit und es geschieht ein Unfall, so können die dadurch verursachten Reparaturkosten auch problemlos bei der Steuer geltend gemacht werden.

Eine weitere Möglichkeit, Steuern zu sparen, ist die genaue Auseinandersetzung mit der Nebenkostenabrechnung. Als Mieter kann man dabei die Kosten für einen Hauswart, die Kosten für die Grünanlagenpflege, die Kosten für die Wartung der Heizung und vieles mehr von der Steuer absetzen. Lässt man einen Handwerker ins Haus kommen, der zum Beispiel im Bad neue Fliesen legen soll, so können dessen Lohnkosten ebenfalls steuerlich geltend gemacht werden. Wichtig dabei: nur die Lohn-, nicht jedoch die Materialkosten können abgesetzt werden. Von den Lohnkosten sind bis zu 20 Prozent abzugsfähig, maximal jedoch 600 Euro pro Jahr.

Weiterhin kann man sich auch von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein bei der jährlich einzureichenden Steuererklärung beraten lassen. Die Kosten hierfür kann man dann direkt von der Steuer absetzen. Auch Aufwendungen für Versicherungen und die Altersvorsorge können zum Teil steuerlich geltend gemacht werden.

Es gibt also zahllose Möglichkeiten, um die Steuerlast zu senken, doch muss man diese eben kennen oder einen Experten dazu befragen, dessen Kosten ja wiederum steuermindernd wirken.
 
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