Freitag, 22. September 2017

Finanzielle Verpflichtungen und Schulden abtragen

Finanzielle Verpflichtungen, die dem Schuldner über den Kopf gewachsen sind belasten, die Lebensqualität leidet. Die Menge an Schulden ist dann meist der erste Gedanke beim Aufwachen und der letzte vor dem Einschlafen. Bei Überschuldung ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und eben diesen nicht in den Sand zu stecken. Denn dass die Gläubiger keine Titel erwirken und die Schulden quasi verjähren bzw. verfallen, davon ist nicht auszugehen.

Der erste Schritt lautet immer: bringen Sie Ordnung in Ihre Unterlagen. Das heißt konkret, dass Sie Rechnungen sortieren müssen, Mahnungen abheften, Zahlungsaufforderungen ordnen. Sortieren Sie Ihre Verbindlichkeiten nach Gläubiger. Nehmen Sie einen Taschenrechner zur Hand und addieren Sie für jeden Gläubiger - zumindest bei mehreren Rechnungen - die Schulden. Zum Schluss rechnen Sie ihre Gesamtschulden zusammen. Dies alles verschafft erste Klarheit, auch wenn es schwer fällt und unangenehm ist.

Der zweite Schritt: verschaffen Sie sich einen genauen Überblick über Ihre aktuellen Einnahmen. Dazu zählen das Einkommen, Unterstützungen vom Staat und sonstige Einkünfte, zum Beispiel aus Vermietungen oder Verpachtungen. Einkünfte, mit denen Sie nicht fest rechnen können, wie zum Beispiel eventuelle Aktiengewinne, sollten in die Berechnung nicht mit einfließen.

Der dritte Schritt: verschaffen Sie sich einen Überblick über ihre laufenden Ausgaben, dazu zählen zum Beispiel Miete, Unterhaltszahlungen, Versicherungen, Mietnebenkosten oder Betriebskosten, Lebenshaltungskosten usw. Nun kann Bilanz gezogen werden: ziehen Sie ihre fixen monatlichen Kosten von Ihren Einkünften ab: wie viel bleibt übrig? Notieren Sie die Summe.

Der vierte Schritt: Betrachten Sie erneut Ihre Schulden: welche davon sind besonders dringlich? Welche Zahlungen können auf keinen Fall länger aufgeschoben werden? "Verteilen" Sie das Geld, das sie auf jeden Fall monatlich übrig haben, auf die besonders "wichtigen" oder drängenden Gläubiger. Nun gilt es, postalisch oder per Telefon, sich mit den Gläubigern in Verbindung zu setzen. Erklären Sie Ihre Situation, bieten Sie eine Ratenzahlung in der Höhe, in der es Ihre zuvor aufgestellten Bilanzen zulassen, an. Machen Sie deutlich, dass sie zahlungswillig sind, sich allerdings nur kleinere Raten leisten können.

Lassen sich die Gläubiger wider Erwarten nicht auf eine Ratenzahlung ein, sollten Sie, spätestens, zur Schuldnerberatung gehen, erwirken Sie so früh wie möglich einen Termin, da die kostenlose Schuldnerberatung der Verbraucherzentralen teilweise sehr lange Wartezeiten mit sich bringt. Inwiefern ein Kredit für das Abtragen der bestehenden Schulden in Frage kommt, muss individuell geklärt werden - bei vielen Schulden ist meist die Schufa Auskunft recht negativ, sodass eine Kreditaufnahme entweder gar nicht oder nur zu schlechten bzw. teuren Konditionen möglich wäre.
 
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