Dienstag, 19. September 2017

Girokonto trotz Schufa nur auf Guthabenbasis

Wer Probleme mit Negativeinträgen in der Schufa hat, bekommt bei vielen Banken nicht einmal ein Girokonto. Dies ist nicht rechtens, da eigentlich jeder Bürger einen gesetzlichen Anspruch auf ein Girokonto auf Guthabenbasis hat. Vor allem Volks- und Raiffeisenbanken halten sich nicht daran und Privatbanken müssen sich nicht daran halten. Der Hintergrund ist klar: mit reinen Guthabenkonten ist nicht viel Geld zu verdienen, da die Besitzer von Guthabenkonten aufgrund ihrer Schufahistorie für die klassischen Bankenprodukte wie Dispokredite, Konsumentenkredite und Kreditkarten nicht geeignet sind bzw. diese Produkte mit einer negativen Schufa nicht erhalten.

Die Deutsche Bank, die bis vor kurzer Zeit noch den Ruf einer eher konservativeren Bank genossen hat, vergibt überwiegend problemlos ein Girokonto auf Guthabenbasis. Auch wenn man hier bereits ein Girokonto eröffnet hat und erst später einen negativen Schufaeintrag bekommt, kündigt sie einem nicht gleich den eingerichteten Dispokredit. Wichtig ist, dass man sich darum bemüht, den Negativeintrag schnellstmöglich zu bereinigen. Ist dann ein Erledigtmerkmal vorhanden, interessiert der ursprüngliche Eintrag nahezu überhaupt nicht mehr. Ähnlich ist die Vorgehensweise bei der Dresdner Bank.

Wenn man dort gleich mit offenen Karten bezüglich des Negativeintrags spielt, ist auch hier die Eröffnung eines Girokontos auf Guthabenbasis kein Problem. Man bekommt allerdings nur eine Infokarte, mit der man dann nur am Schalter direkt Geld abheben und einzahlen und am Drucker Kontoauszüge rauslassen kann. Sobald der Negativeintrag aber mit einem Erledigtmerkmal versehen ist, lässt sich sogar über die Ausstellung einer EC-Karte verhandeln. Die Dresdner Bank ist nicht nur Beraterbank, sondern auch freundlich und kulant. Auch die Postbank soll Girokonten auf Guthabenbasis einrichten.

Was man allerdings bei Girokonten auf Guthabenbasis in Kauf nehmen muss, sind die höheren Kontoführungsgebühren. Hiermit scheinen die Banken noch etwas Geld mit der Not der Menschen zu machen. Über diese höheren Gebühren lassen die Banken meistens auch nicht mit sich reden, obwohl es theoretisch eigentlich keine Rechtfertigung dafür gibt. Es gibt aber auch kein Gesetz, welches den Banken verbietet für reine Guthabenkonten höhere Führungsgebühren zu verlangen. In der Regel ist man nach einem Bankenmarathon ohnehin bereit, die höheren Gebühren zu bezahlen, weil man froh ist, endlich eine Bank gefunden zu haben, die einem trotz negativer Schufa ein Girokonto gibt.

Allgemein muss aber noch erwähnt werden, dass es auf die Art des Schufaeintrags ankommt, ob man überhaupt ein Konto bekommt. Es wird zwischen harten und weichen Merkmalen unterschieden. Weiche Merkmale sind Kreditkündigungen und Handykündigungen. Schlimmer sind Konten- und Kreditkartenmissbrauch. Zu den harten Einträgen zählen Haftbefehl zur Erzwingung der Eidesstattlichen Versicherung und ein Insolvenzverfahren. Mit solchen Schufaeinträgen ist es nahezu unmöglich ein Girokonto zu bekommen.
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