Donnerstag, 27. April 2017

Banküberweisungen und bargeldloser Zahlungsverkehr

Nach Definition ist eine Überweisung im Bank- und Finanzwesen die Belastung eines Kontos mit einem festgelegten Geldbetrag im Auftrag des Kontoinhabers. Dieser Betrag wird dem Konto des Begünstigten, also dem Empfänger nach einer gewissen Zeit gutgeschrieben. Die Dauer der Überweisung hängt davon ab, ob die Überweisung im Inland erfolgt oder ob der Zahlungsverkehr zwischen zwei Ländern stattfindet. Wird das Geld auf zwei Konten innerhalb derselben Bank transferiert, ist die Zeitspanne kleiner als bei Überweisung zwischen zwei verschiedenen Banken. Die Überweisung ist eine Form des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Bei der Überweisung muss der Absender verschiedene Angaben machen, damit das Geld einem Konto zweifelsfrei zugeordnet werden kann und kein Missbrauch entsteht.

Zunächst muss der Überweiser den vollständigen Namen des Empfängers mit seiner Kontonummer und der Bankleitzahl angeben. Die Bankleitzahl ist eine achtstellige Kennziffer zur zweifelsfreien Identifizierung des Kreditinstituts, die in Deutschland und Österreich Anwendung findet. Weiterhin muss der Empfänger die Summe und gegebenenfalls die gewünschte Währung angeben. Im Bereich Verwendungszweck wird der Überweisungsgrund angegeben. Diese Angaben ermöglichen dem Empfänger eine zweifelsfreie Zuordnung des Betrags und ist besonders wichtig bei geschäftlichem Zahlungsverkehr. Hier kann beispielsweise eine Rechnungs- oder Kundennummer angegeben werden. Die klassische Form der Überweisung wird handschriftlich vom Kontoinhaber mit einem Überweisungsträger vorgenommen. Jedes Kreditinstitut stellt dafür Vordrucke zur Verfügung, die gegebenenfalls bereits mit den Daten des Kontoinhabers versehen sind oder noch handschriftlich eingetragen werden. Die Überweisungsträger werden unterschrieben bei der Bank abgegeben. Der Bankkunde hat ebenfalls die Möglichkeit, am Terminal in der Bankfiliale die Überweisung vorzunehmen. Dabei wird die Bankkarte eingelesen, der Computer ermittelt automatisch das zu belastende Konto. Über die Tastatur werden die notwendigen Angaben gemacht.

Eine Unterschrift ist hierbei nicht erforderlich. Mit Zunahme der privaten Internetnutzung ist auch eine deutliche Zunahme von Online-Überweisungen im Vergleich zur klassischen Überweisung zu verzeichnen. Das Online-Banking wird von den Banken kostenlos angeboten. Der Kunde erhält eine Login-Nummer, um sich auf der Homepage des Kreditinstituts registrieren zu können. Dort kann er die notwendigen Angaben für die Überweisung in ein Formular eintragen. Zusätzlich zur klassischen Überweisung kann er einen Termin festlegen, wann die Überweisung ausgeführt werden soll. Um die Überweisung zu senden, benötigt er eine so genannte Trans-Aktions-Nummer, kurz TAN. Dieses System haben Banken zur Sicherheit der Online-Überweisungen eingerichtet. Eine TAN ist ein sechsstelliges Einmalpasswort. Bei der Anmeldung zum Online-Banking erhält der Kunde seine persönliche TAN-Liste. Neben der bequemen Erledigung der Bankgeschäfte von zu Hause aus ist die wesentlich schnellere Bearbeitungszeit ein weiterer Vorteil. Ein Dauerauftrag ist eine Form der Überweisung, die regelmäßig zu einem festgelegten Zeitpunkt in festgelegter Höhe an den gleichen Empfänger übermittelt wird. Somit müssen regelmäßige Zahlungen wie Miete oder Mitgliedsbeiträge, Stromabschläge oder Rundfunkgebühren nicht jeden Monat neu angewiesen werden.

Der Dauerauftrag kann ebenso wie die Einzelüberweisung als Online-Überweisung, per Überweisungsträger oder am Terminal in der Filiale erfolgen. Er ist nicht mit dem Abbuchungsverfahren bei Lastschrift zu verwechseln. Beim internationalen Geldverkehr von einem deutschen auf ein ausländisches Konto sind zusätzliche Angaben nötig. Zum einen muss zur einwandfreien Zuordnung die IBAN, die International Banking Account Number angegeben werden. Es ist eine Art Bankleitzahl, die in der Form von der in Deutschland üblichen Variante abweicht. Eine weitere wichtige Angabe ist der SWIFT-Code, der auch als BIC bezeichnet wird. SWIFT ist die Abkürzung für eine internationale Banken-Genossenschaft, die mittels Nachrichten mittels eines Kommunikationsnetzwerkes austauscht. Die Nummer dient ebenfalls zur zweifelsfreien Identifikation der Bank des Empfängers. Sowohl IBAN als auch SWIFT erfahren Kunden bei ihrem Kreditinstitut. Für Auslandsüberweisungen mit Empfängern außerhalb Europas fallen in der Regel hohe Gebühren an, die Bearbeitungszeit ist wesentlich erhöht. Die EU-Standardüberweisung ist eine Form der Auslandsüberweisung, die innerhalb der Europäischen Union in Euro durchgeführt wird. Für diese Überweisungen gelten nach der Europäischen Preisverordnung gleiche Gebühren wie für Inlandüberweisungen.
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