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Freitag, 18. Mai 2012
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Wie wird die Kreditlinie berechnet?

Unter einer Kreditlinie wird der maximal zur Verfügung stehende Kreditbetrag verstanden. In der Regel wird für jedes Konto eine eigene Linie vergeben, daneben kann mit dem Begriff auch der Gesamtbetrag möglicher Darlehen eines Kunden gemeint sein. Die am häufigsten von Privatkunden genutzte Kreditlinie stellt der Dispositionskredit dar, dessen exakte Berechnungsmethode von fast keiner Bank veröffentlicht wird.

Voraussetzung für die Gewährung einer Kreditlinie beim privaten Girokonto ist grundsätzlich, dass regelmäßig Geld eingeht. Ob die Bank nur in etwa gleichbleibende Beträge oder alle Geldeingänge wertet, unterscheidet sich zwischen den einzelnen Geldinstituten. Einige Banken berechnen die Kreditlinie nur anhand der eingehenden Zahlungen, welche als Gehalt, Lohn oder Rente gekennzeichnet sind und lassen freiberuflich erworbene Zusatzeinnahmen unberücksichtigt. Weitere Vermögenswerte des Kunden können in die Berechnung einer Kreditlinie einfließen, wenn diese bei einem Gespräch mit dem Bankberater ausdrücklich vereinbart wird. Während einige Banken die Höhe der von ihr eingeräumten Kreditlinien regelmäßig überprüfen und häufig anpassen, erfolgt eine Kontrolle eines einmal eingeräumten Dispositionskredits bei anderen Instituten nur sporadisch.

Viele Kreditinstitute dulden auch eine Kontoüberziehung über die eingeräumte Kreditlinie hinaus, diese wird als Kontoüberziehung bezeichnet. Eine Kontoüberziehung stellt jedoch im Gegensatz zur Inanspruchnahme der vereinbarten Kreditlinie ein Negativmerkmal dar, wenn bei der entsprechenden Bank eine Bonitätsanfrage eingeht. Nicht zuletzt veranlassen geduldete Kontoüberziehungen die Bank nicht selten dazu, die Höhe des eingeräumten Dispositionskredits zu überprüfen und sie gegebenenfalls zu reduzieren. Eine Kreditlinie wird nicht ausschließlich für ein Girokonto eingeräumt, eine zunehmend beliebter werdende Alternative ist der Verfügungskredit, welcher von einigen Banken aktiv als zusätzlicher Dispokredit vermarktet wird, obgleich er vom eigentlichen Girokonto unabhängig ist. Die Höhe des Verfügungsrahmens wird bei einem Verfügungsdarlehen üblicherweise anhand des verfügbaren Einkommens berechnet, einige Banken werben mit einer relativ geringen Kreditlinie, welche sie jedem Kunden einräumen.

Bei der Kreditkarte bestimmt sich die Kreditlinie ebenfalls anhand des verfügbaren Einkommens, wobei Mindest- und Höchstbeträge bei den meisten Banken ihre Bandbreite begrenzen. Versandhändler begrenzen die Kreditlinie ihrer zuverlässig zahlenden Kunden sehr selten, sie liefern zumeist die gesamte Bestellung auf Rechnung aus, sofern der Besteller diese Abrechnungsmethode wählt. Für die Bereitstellung einer Kreditlinie wird bei privaten Kunden grundsätzlich kein Entgelt verlangt, im Gegenzug sind die berechneten Zinsen jedoch relativ hoch. Dieser Effekt tritt vor allem bei der Inanspruchnahme der Kreditlinie des Girokontos auf. Gedacht ist diese eigentlich für die kurzzeitige Inanspruchnahme eines Kreditbetrages und nicht für langfristige und dauerhafte Finanzierungen, für welche sich ein günstigerer Ratenkredit anbietet.
 
 
 
 
 
 
 
 
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