Sonntag, 24. September 2017

Bei der Ratenzahlung - welche Berechnung liegt zugrunde?

Grundsätzlich wird bei der Aufnahme eines Kredites die Rückzahlung in monatlichen Raten vereinbart. Die Banken und Kreditinstitute sind in diesem Fall als Finanzdienstleister tätig und verleihen das Geld an den Kunden, im Gegenzug muss dieser für den Zeitraum, in dem das Geld geliehen wird, Zinsen bezahlen, die in unterschiedlicher Höhe berechnet werden.

Zuzüglich zu den Zinsen werden für den Kredit auch noch Bearbeitungsgebühren berechnet, die im Allgemeinen zwischen 2% und 3% des Nettokreditbetrages liegen, manchmal auch noch an die Laufzeit gebunden sind. Das Kriterium zur Berechnung ist dann der effektive Jahreszins, dieser wird in Prozent angegeben und bringt die Kosten des Kredites für Zinsen und Bearbeitungsgebühren zum Ausdruck.

Die Banken und Kreditinstitute sind grundsätzlich dazu verpflichtet, den effektiven Jahreszins bereits in der Werbung für die Kredite anzugeben. Das gibt den Verbrauchern die Möglichkeit, die Kreditangebote der verschiedenen Banken oberflächlich miteinander zu vergleichen.

Um besonders viele Kreditsuchende anzulocken, werben viele Banken mit besonders niedrigen effektiven Jahreszinsen. Diese Angabe wird dann entweder mit einem "*" versehen oder mit dem Wörtchen "ab". In den Erläuterungen steht dann, dass dieser angegebene Zins nur in Abhängigkeit von der Bonität und der Laufzeit gilt.

Das ist dann auch das Problem. Jeder Kreditsuchende muss sich ein persönliches Kreditangebot bei der Bank seines Interesses einholen, um festzustellen, wie die Bank seine Bonität einschätzt und welcher Zinssatz ihm ganz persönlich angeboten wird. Viele Kreditsuchende stellen dann mit Erschrecken fest, das der Zinssatz in ihrem persönlichen Angebot ganz gravierend von dem in der Werbung Versprochenen abweicht. Diese Angebote sollten dann auch immer von mehreren Banken eingeholt werden, um das beste Angebot herauszufinden.

Kreditnehmer mit schwacher Bonität aufgrund eines geringen Einkommens oder aufgrund bereits bestehender Kreditverpflichtungen müssen deutlich höhere Zinsen in Kauf nehmen, als Kreditnehmer, die über ein hohes Einkommen verfügen, schon lange beim Arbeitgeber sind und keine weiteren Ratenverpflichtungen haben.

Ähnlich verhält es sich auch bei der Wahl der Laufzeit, in der Regel gilt, je länger die gewählte Laufzeit, desto höher der effektive Jahreszins. Das ist auch für einen Kreditnehmer nachvollziehbar, denn für die Bank erhöht sich mit der Laufzeit auch immer das Kreditausfallrisiko. Ein Kredit über 84 Monate ist demzufolge immer teurer als ein Kredit über 36 Monate.

Ein weiterer, den Kredit erheblich verteuernder Aspekt ist die Restschuldversicherung. Viele Banken verlangen gerade von Kunden mit schwächerer Bonität den Abschluss der so genannten RSV als zusätzliche Sicherheit. Die Kosten dafür sind nicht in den effektiven Jahreszinsen enthalten, können aber mit mehr als 1.000 Euro zu Buche schlagen.
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