Samstag, 23. September 2017

Per Handy bezahlen

Ein Handy hat heute fast jeder. Doch dass man damit auch bezahlen kann, das wissen bisher noch die wenigsten. Mittlerweile sind viele verschiedene Anbieter auf den Dreh mit der Bezahlung via Handy gekommen, ist diese doch so einfach und bequem, wie kaum eine andere Bezahlmethode. Neue Modelle lassen zu, dass eine Dienstleistung oder ein Warenangebot bestellt wird. Danach erhält man eine Kurznachricht mit einer Bestätigungsnummer. Diese muss man dann in ein Online Formular eingeben, um seine Handynummer zu bestätigen und schon erhält man die gewünschten Produkte. Abgerechnet wird dann direkt auf der Telefonrechnung zum Ende des Monats.

Mittlerweile gibt es auch schon Modelle, bei denen man seine Parkgebühren mit dem Handy zahlen kann. Dabei muss man sich einmalig im Internet anmelden, seine Adresse, das Kfz-Kennzeichen und die Bankverbindung angeben. Dafür erhält man dann eine Handy Parker Vignette und kann mit seinem Handy die Parkgebühr zahlen. Man spart sich also den lästigen Weg zum Parkautomaten und auch ein sofortiges Aufspringen nach Ablaufen der Parkzeit ist nicht mehr nötig. Denn mit dem Handy meldet man sich einfach ab, wenn man den Parkplatz wieder verlässt. Auch bei Bahn- und Flugtickets wird das Bezahlen via Handy immer beliebter. Ebenso an Automaten für Süßwaren, Zigaretten, Getränke und dergleichen.

Generell ist jedoch diese Bezahlmethode noch heftig umstritten. Zum einen ist die Technik noch nicht ganz ausgereift, sodass die eindeutige Identifikation des Handybesitzers bisher noch nicht gewährleistet werden kann. Gerade bei größeren Beträgen (das Bezahlen per Handy soll eines Tages sogar beim Autokauf möglich sein) ist dies ein noch erheblicher Sicherheitsmangel, den man keinesfalls unterschätzen sollte. Zum anderen wird das Bezahlen per Handy vorrangig die Zielgruppe der jungen Leute ansprechen. Doch diese leiden bereits jetzt unter einer enormen Überschuldung. Wird die Zahlung per Handy zum Standard für das Bezahlen, so kommt es bei diesen Menschen mit Sicherheit noch häufiger zu Überschuldungen. Denn der große Schreck kommt ja meist erst mit der Handyrechnung zum Ende des Monats. Auch ist die Variante nicht ganz einfach, wenn man bedenkt, dass auch viele Jugendliche bereits ein Handy besitzen, mit dem bezahlen können. Dass hier ein Jugendlicher am Handy sitzt, der evtl. noch gar nicht voll geschäftsfähig ist, erkennen Anbieter aber nur schwer, insbesondere wenn die Handys auf den Namen der Eltern laufen.

All diese Mängel müssen also erst noch behoben werden, bevor das Bezahlen per Handy sich wirklich weiter ausbreiten und evtl. auch im alltäglichen Zahlungsverkehr durchsetzen kann. Wobei Experten davon ausgehen, dass das Handy mit Sicherheit nie die Kartenzahlung mit der Maestro Card ersetzen können wird.
 
© copyright 2006 - by piloh.de
^