Dienstag, 17. Oktober 2017

Offene Forderungen ignorieren

Jedes Unternehmen wird für erbrachte Dienstleistungen und gelieferte Waren auch immer eine Rechnung stellen. Offene Rechnungen werden dann auch als Forderungen bezeichnet, und zwar so lange, bis sie ausgeglichen sind. Sollten die Rechnungen dabei innerhalb der angegebenen Zahlungsfristen nicht ausgeglichen werden, werden sie weiterhin als offene Forderungen geführt. Nun ist es eigentlich an der Zeit, das Mahnverfahren einzuleiten, beginnend mit einer Zahlungserinnerung bzw. einer ersten, zweiten und dritten Mahnung. Danach müsste der Mahnbescheid und der Vollstreckungsbescheid sowie die Pfändung folgen.

Doch einige Unternehmer scheuen sich vor diesem Schritt. Sie haben Angst, ihre Kunden mit einer Mahnung zu verlieren, weil man hierbei ja schon direkt sein Geld einfordert. Doch das Gegenteil ist der Fall. Erhält ein Kunde eine Mahnung, merkt er oft erst, dass die Rechnung in der Hektik des Alltags untergegangen ist. Zudem kann dadurch bewiesen werden, dass es sich um ein seriöses und professionelles Unternehmen handelt. Abgesehen davon, sind auch die Unternehmer von der fristgerechten Zahlung ihrer abhängig, um ihre eigenen Rechnungen begleichen zu können. Spätestens in dem Moment, in dem die neue Bestellung nicht mehr ausgeführt wird, bis der Zahlungseingang erfolgt, wird der Kunde dann auch zahlen.

Grundsätzlich ist es aber falsch, seine offenen Forderungen zu ignorieren. Denn mit diesem Geld müssen die eigenen Lieferanten bezahlt werden, ebenso die Mitarbeiter und die festen Kosten, wie Miete oder Strom. Zudem muss von dem Geld auch der Lebensunterhalt des Unternehmers selbst bestritten werden. Wer also seine offenen Forderungen ignoriert, der wird nicht lange am Markt bestehen können, da evtl. Rücklagen schnell aufgebraucht sind. Und mitunter kann sich bei einem großen Stammkunden auch schnell eine sehr hohe Summe aufaddieren, die dann offen steht. Fehlt dieses Geld auf Dauer, steht das Unternehmen selbst, schnell vor dem Aus.

Auch ist es möglich, dass der Kunde selbst in finanzielle Nöte geraten ist. Dann kann zum Beispiel ein Insolvenzverfahren gegen ihn anhängig sein. Meldet man seine offenen Forderungen bei diesem nicht entsprechend an, kann man auch davon ausgehen, dass man dieses Geld nicht mehr wieder sieht. Ferner besteht die Gefahr, dass auch die gelieferten Produkte in die Insolvenzmasse eingehen, wenn man die offenen Forderungen einfach ignoriert. Hier ist also Vorsicht geboten, will man nicht selbst schon bald vor dem finanziellen Ruin stehen. Ein effektives und regelmäßiges Mahnwesen ist also für Unternehmen jeder Branche und jeder Größe besonders wichtig, um auch auf Dauer auf dem Markt bestehen zu können. Wer dieses nicht durchführt, schneidet sich nur ins eigene Fleisch.
 
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