Sonntag, 20. August 2017

Garantierter Zinssatz und feste Laufzeit bei Sparbriefen

Ein Sparbrief beinhaltet einen garantierten Zinssatz bei fester Laufzeit. Sie werden von Banken und Sparkassen angeboten und bilden mit einer Laufzeit von 1- 10 Jahren eine mittel- bis langfristige Wertpapieranlage. Wie lange das Geld vom Kunden angelegt wird, hängt von seinen Sparzielen, den Zinserwartungen und vor allem vom Zeitpunkt ab, wann das Geld wieder benötigt wird. Der Sparbrief umfasst einen festen Nennwert, der mindestens 50 € beträgt. Grundsätzlich gilt bei einem Sparbrief, dass ein höherer Nennwert und eine längere Laufzeit auch eine höhere Verzinsung bedingen. Ein Sparbrief nimmt eine Stellung zwischen einer Spareinlage und einem festverzinslichen Wertpapier ein.

Sie sind als Wachstumssparpläne mit den Bundesschatzbriefen Typ A und B vergleichbar. Hier sollte bei der Auswahl der Anlageform verglichen werden, da zeitweilig die Verzinsung zwischen beiden Formen variieren kann. Auch zwischen unterschiedlichen Kreditinstituten können verschiedenen Zinskonditionen vorherrschen, so dass sich auch hier ein Vergleich anbietet. Neben dem üblichen festen Zinssatz, ist auch ein jährlich steigender oder variabler Zinssatz möglich. Die Zinszahlungen unterscheiden sich je nach abgeschlossenem Sparbrieftyp. Beim Normaltyp erfolgt die Zinszahlung jährlich und steht folglich zur freien Verfügung. Beim Aufzinsungspapier tritt eine jährliche Aufstockung des Guthabens ein. Eine Auszahlung, inklusive der Zinseszinsen, erfolgt erst am Ende der Laufzeit.

Als dritte Variante steht das Abzinsungspapier zur Auswahl, wo der Ausgabepreis abzüglich der zu erwartenden Zinsen berechnet wird. Als Spezialform tritt der Gewinnsparbrief auf, der mit einer Laufzeit von sechs Jahren und einem zusätzlichen Ruhejahr als vermögenswirksame Sparanlage gilt. Er beinhaltet zusätzlich zur Grundverzinsung eine gewinnabhängige Zusatzverzinsung. Die Sparbriefanlagen sind durch Einlagensicherungsfonds der ausgebenden Finanzinstitute abgesichert. Die Höhe des Zinssatzes ist Abhängig von der aktuellen Kapitalmarktsituation. Im Unterschied zu an Börsen gehandelten Wertpapieren ist ein Sparbrief von Kontoführungs-, Kontoeinrichtungs- und Kontolöschungsgebühren befreit und zudem voll beleihbar. Ferner ist er von Kursschwankungen unabhängig, jedoch besitzt er während der Laufzeit nur eine geringe Liquidität.

Dies bedeutet für den Kunden, dass sie einen abgeschlossenen Sparbrief während der vereinbarten Laufzeit nicht ohne weiteres zurück geben können. Sie lassen sich nicht an der Börse veräußern. Tritt ein unvorhergesehenes Ereignis auf, könnte der Sparbrief jedoch auf einen anderen Kunden übertragen werden. Dafür werden allerdings der aktuelle Zinssatz und der eventuell bestehende Kursunterschied mit einberechnet. Die im Sparbrief erhaltenen Zinsen sind Einkommensteuerpflichtig. Das bedeutet, dass sie versteuert werden, insofern der Steuer-Freibetrag bereits voll ausgeschöpft ist. Für Finanzunternehmen bietet der Sparbrief eine lukrative Anlageform, da sie kein Liquiditätsrisiko eingehen. Der vereinbarte Festzins ermöglicht ferner eine Basis für eine sichere Kalkulation. Außerdem besteht ein weiterer Vorteil in der Kundenbindung, da der Sparbrief bei dem Kreditinstitut verbleibt.
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