Donnerstag, 27. April 2017

Das Sparbuch als Geldanlage - sinnvoll oder nicht?

In früheren Zeiten hatte es jeder. Das eigene Sparbuch bei der Hausbank galt als Hort für den Groschen in der Not. Statt das gesparte Geld in Nähkästchen oder berühmt-berüchtigten Sparstrümpfen zu lagern, war es durchaus oft eine gute Wahl, auf ein attraktiv konditioniertes Sparbuch zurückzugreifen.

Klassisch, solide und vor allem übersichtlich konnte das Sparbuch bei vielen Menschen schon von Kindesbeinen an Sympathien einheimsen. Brachte man noch als kleines Kind seine Spardose zum Schalter in der Hausbank konnte man kurze Zeit später schon schwarz auf weiß sehen, wieviel man gespart hatte. Es ist wie kleines Erfolgserlebnis, welches Kindern in frühen Zeiten bereits den Umgang mit Geld erleichtern kann. Als Erwachsener kann man von der Sicherheit profitieren, die sich hinter einem Sparbuch verbirgt, allerdings nicht wirklich von der Rendite.

Ende der 1990er Jahre gingen viele Banken dem Börsentrend nach und warben für zahlreiche Fonds, die in Sachen Rendite wesentlich fortschrittlicher und höher konditioniert waren. Kein Wunder, dass viele Menschen dem Trend folgten und ihr gutes, altes Sparbuch auflösten. Die Renditen können sich in heutigen Zeiten bei weitem nicht mehr sehen lassen. Mit Zinsen von gerade einmal 2 % p. a. , bei vielen ist es sogar weitaus weniger, lässt sich mit nahezu jedem Tagesgeldkonto ein höherer Gewinn erzielen, als mit einem Sparbuch.

Ein Tagesgeldkonto funktioniert ähnlich wie ein Sparbuch, nur, dass es auch über das Internet erreichbar ist und dazu noch wesentlich besser verzinst. Wer über sein meist mühselig gespartes Geld schnell verfügen möchte, ist auch mit einem klassischen Sparbuch gut bedient, jedoch sollte man bedenken, dass die Inflation die Zinsen nahezu verschluckt und die Rendite rückläufig wird. Rentabel werden Verzinsungen erst ab 5 % und mehr. Solche Renditen versprechen Fonds und andere Börsenpapiere. Oft scheut der konservative Sparer jedoch diese Art der Anlage, allerdings nicht grundlos. Viele Anleger haben mit den Anschlägen auf das World Trade Center im Jahre 2001 durch massive Kursstürze eine Menge Geld an der Börse verloren, welches in zahlreichen Fällen nicht einmal heutzutage zurückgewonnen werden konnte. Da sich Börsenkurse nicht von heute auf morgen erholen, kann der Sparbuchbesitzer in diesem Fall ein Sicherheitsplus verbuchen. Sein Geld ist nicht verschwunden, wenn draußen Konzerne dichtmachen oder in anderen Ländern Kriege wüten.

Letztendlich ist das klassische Sparbuch ein Relikt aus alten Zeiten, kaum zeitgemäß und schon gar nicht rentabel. Weiterentwicklungen, wie z.B. Sparkarten sind eventuell besser verzinst, man sollte jedoch keine großen Zinsgewinne erwarten. In Sachen Sicherheit ist das Sparbuch allerdings unschlagbar und somit ist es ganz gut geeignet, Sparbeträge darauf zu "vergessen" und sich hinterher darüber zu freuen, wenn sie einem wieder einfallen.
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