Dienstag, 19. September 2017

Soll man in Wasser-Aktien investieren?

Wasser gehört ohne jeden Zweifel zu den wichtigsten Rohstoffen unseres Planeten. Es ist für jeden Menschen lebensnotwendig. In vielen Regionen ist Wasser aufgrund der klimatischen Veränderungen, in asiatischen, afrikanischen und südamerikanischen Gesellschaften auch wegen der dortigen Bevölkerungsexplosion knapp geworden. Eine Studie der Vereinten Nationen kommt zu dem Schluss, dass sich der Wasserverbrauch unter der Weltbevölkerung in den kommenden 15 Jahren verdreifachen wird. Eine einfache aber oft bestätigte Erfahrung sagt, dass knappe und begehrte Rohstoffe wertvoll sind.

Für einer Investor, der sein Portfolio mit Rohstoff-Wertpapieren anreichern möchte, scheint Wasser deshalb auf den ersten Blick ein lukratives Anlageobjekt zu sein. Tatsache ist jedoch, dass weit über 90% der Wasserversorgung staatliche verwaltet werden und damit keine Spekulationen auf den Finanzmärkten zulassen. Die defizitären Staats- und Kommunalhaushalte zwingen allerdings viele Länder und Gemeinden, ihre Aufgaben zu privatisieren. Für die Wasserversorgung wird deshalb von Fachleuten eine zunehmende weltweite Privatisierung vorausgesagt. Nicht zuletzt notwendige Umweltinvestitionen zur Reinhaltung der Wasserqualität erfordern hohe Finanzströme, die auf dem privaten Kapitalmarkt eher aufgebracht werden können.

Wer in den Rohstoff Wasser investieren möchte, sollte sich Unternehmen suchen, die in der Wasseraufbereitung oder der Wasserversorgung tätig sind. Auch innovative Firmen, die Techniken zur Optimierung des Wasserverbrauchs entwickeln und vermarkten, gehören in diese Branche. Aber auch die Herstellung und der Vertrieb von Mineralwasser und anderen Getränken muss zu diesem Geschäftsfeld gerechnet werden.

Auf dem Finanzmarkt sind mittlerweile eine Reihe von Fonds, die diesen Rohstoffbereich abdecken, verfügbar. Die Fonds investieren in Aktien und vor allem Zertifikate von Unternehmen, die eine Mindestbörsenkapitalisierung aufweisen können, und deren Geschäftsbereich hauptsächlich im Wassersektor liegt. Energie unternehmen, die Wasserversorgung nur als Nebengeschäftszweig betreiben, werden in diese Fonds nicht mit aufgenommen. Fonds, die sich auf den Rohstoff Wasser beziehen, können im Internet über die Suchfunktionen der Online-Broker oder spezieller Fonds-Portale gesucht werden. Sie werden in der Regel mit aussagekräftigen Namen wie “Wasser Open End Zertifikat”, “Wassertechnik-Active” oder “Water Utilities” bezeichnet.

Der niederländisch-schottische Fonds-Anbieter ABN Amro hat sogar einen Index für die Wasser-Branche eingerichtet. Rückblickend auf die Jahre 2003 bis 2006 hat der Total Return Water Index eine Performance von 100% erzielt. Ein Anleger sollte doch immer beachten, dass die Erfolgsgeschichten aus der Vergangenheit sich in der Zukunft nur selten wiederholen. Oftmals entwickeln sich im Börsenhandel auch Modethemen, die die Kurse nach oben treiben, aber genauso wieder in den Keller fallen lassen, wenn das Thema an öffentlicher Aufmerksamkeit verloren hat. Ruhmlose Beispiele dafür sind die Nanotechnik, der Biosprit, die Solarenergie - und bald auch das Wasser?
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