Montag, 25. September 2017

Sparbuch für Kinder sinnvoll?

Viele Eltern oder Großeltern entscheiden sich dazu, für das neugeborene Baby ein Sparbuch anzulegen. Diese Variante des Sparens für die Nachkommen gibt es dabei schon seit Jahrzehnten und auch heute noch wird sie häufig genutzt. Doch ist das Sparbuch tatsächlich die richtige Variante, um für Kinder zu sparen? Das kann man im Grunde genommen so nicht sagen, denn das Sparbuch bietet im Gegensatz zu den meisten anderen Anlageformen den großen Nachteil, dass es nur zu sehr geringen Zinssätzen verzinst wird. Das heißt, man erhält hier durchschnittlich ein bis 1,5 Prozent Zinsen, was selbst bei langfristigen Sparbüchern und dem Zinseszinseffekt in der Regel nicht einmal die Inflation ausgleichen kann.

Damit ist das Sparbuch die Anlageform für Kinder, die am wenigsten geeignet ist, um ein Vermögen für deren späteres Leben aufbauen zu können. Denn wenn man Gelder länger anlegt, etwa bis zum 18 Geburtstag, dann kann man auch ganz andere Anlageformen wählen.

So kann man ein Tagesgeldkonto für das Kind eröffnen, welches einen etwa drei- bis vierfachen Zinssatz bietet. Dennoch können die Eltern, sollte es einmal zu einem finanziellen Engpass kommen, jederzeit auf dieses Geld zurück greifen. Durch den Zinseszinseffekt, der sich bei Tagesgeldkonten oft noch drastischer auswirkt, da die Zinsen hier mitunter auch vierteljährlich gut geschrieben werden, kann das Tagesgeld eine deutlich sinnvollere Form der Geldanlage für Kinder sein.

Eine andere Variante wäre das Festgeld. Hier erhält man einen festen Zinssatz über die gesamte Laufzeit. Diesem ähnlich sind auch die Sparbriefe, nur dass man dabei auch längere Laufzeiten vereinbaren kann, wobei die Zinsen oft jährlich steigen. Allerdings kann man auf diese Gelder während der Laufzeit auch nicht zugreifen, sodass sie für Eltern keinen Notgroschen darstellen.

Wer noch mehr Renditen erwirtschaften will, der kann sich auch für einen Fonds entscheiden, Durch die extrem langen Laufzeiten sind Verluste unwahrscheinlich. Denn in der Regel ergibt sich hier ein Auf und Ab, wobei kurzfristige Verluste einfach „ausgesessen“ werden können. Eine Sonderform der Fonds ist der Life Circle Fonds. Dieser investiert zu Beginn in risikoreiche Anlagen, wie Aktien und versucht damit, höchste Renditen zu erzielen. Damit diese gegen Ende der Laufzeit durch plötzliche Einbrüche nicht wieder verloren gehen können, wird das Vermögen von Aktien in sicherere Formen wie Anleihen und ähnliches umgeschichtet.

Bei all diesen Anlagen sollte man jedoch stets bedenken, dass auch Eltern einmal in eine Notlage geraten können. Sollten diese eines Tages auf Hartz IV angewiesen sein, so wird auch das Vermögen der Kinder mit angerechnet, sofern es bestimmte Grenzen überschreitet. Zu viel für Kinder zu sparen, egal in welcher Anlageform, sollte man deshalb ebenfalls tunlichst vermeiden.
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