Dienstag, 21. November 2017

Erklärung und Übersicht wertmäßige Kosten

Speziell in der betriebswirtschaftlichen Lehre sind immer wieder diverse Kosten zu finden. Darunter auch die wertmäßigen Kosten. Doch selbst Studenten, die Tag für Tag damit zu tun haben, tun sich zum Teil schwer, genau zu verstehen, was man denn nun unter wertmäßigen Kosten versteht.

Im Grunde genommen ist dies jedoch ganz einfach. Wertmäßige Kosten stellen den Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen dar, der notwendig wird, um die Güter und Dienstleistungen absetzen, sprich an den Mann bringen zu können. Dieser Verbrauch wird dabei entsprechend bewertet, wobei die Wiederbeschaffungspreise bzw. die Knappheit der Güter mit einbezogen wird.

Im Gegensatz zu den wertmäßigen Kosten stehen dann die pagatorischen Kosten. Diese stellen ebenfalls den Verbrauch dar, allerdings nur anhand von Auszahlungen. Das heißt, die Auszahlungen, sprich das Begleichen von Rechnungen für die Erstellung von Waren oder Dienstleistungen, kann deutlich früher oder auch später erfolgen, als der tatsächliche Verbrauch der Güter. Dadurch ergibt sich hier kein wirklich einheitliches Bild. Zudem können kalkulatorische Kosten, wie etwa der Unternehmerlohn, der nur in seltenen Fällen auch tatsächlich ausgezahlt wird, bei der pagatorischen Kostenrechnung nicht mit berücksichtigt werden. Insofern hat sich diese Kostenrechnung im Laufe der Zeit nicht durchsetzen können, sondern die wertmäßigen Kosten sind nach wie vor regelmäßiger angewendet.

Entstehen nun also Kosten, aufgrund dessen, dass bestimmte Produktionsfaktoren, wie Material verbraucht wird, um ein Endprodukt herzustellen, so werden diese Kosten als wertmäßige Kosten bewertet. Dazu kommen noch die Kosten für Mitarbeiter, die Unterhaltung der Produktions- und Lagerstätten, die Kosten für den Vertrieb, den Versand usw. Zusätzlich fließen kalkulatorische Kosten wie der oben genannte Unternehmerlohn mit in diese Kostenrechnung ein. Die meisten Betriebe arbeiten dabei im Controlling, in der Kosten- und Leistungsrechnung sowie bei der Kalkulation ihrer Preise mit diesen wertmäßigen Kosten. Dies erklärt auch, warum diesen eine so hohe Bedeutung in den Betrieben und damit auch in der betriebswirtschaftlichen Lehre zukommt.

Dabei sollten sich vor allen Dingen Existenzgründer mit dieser Thematik beschäftigen. Denn nur mit einer einwandfreien Kalkulation ihrer Preise können sie auch langfristig am Markt bestehen bleiben. Leider glauben viele Menschen auch heute noch, dass das Angebot ausschließlich von der Nachfrage bestimmt wird. Doch der billigste Preis kann sich nur kurze Zeit halten. Danach werden die Kosten den Unternehmer auffressen und wer dementsprechend kalkuliert, wird schon sehr bald vom Markt verschwunden sein. Dies liegt einfach daran, dass man bei einer solchen Kalkulation oft nicht einmal die Kosten für die Rohstoffe wieder herein bekommt und demzufolge auch schnell pleite gehen wird.
 
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