Montag, 20. November 2017

Zahnersatz Kosten im Überblick - was die Kasse noch zahlt

Nach der großen Gesundheitsreform sind die meisten gesetzlich Versicherten der Meinung, die Kasse zahle so gut wie nichts mehr. Insbesondere im Zahnersatz führe die Gesundheitsreform zu erheblichen Einschränkungen bei der Kostenübernahme, so die einhellige Meinung der Versicherten. Dass dies so aber nicht stimmt, ist ebenso sicher, wie die weit verbreitete, aber dennoch falsche Meinung.

Grundsätzlich zahlt die Kasse nämlich einen Zuschuss, dessen Höhe sich je nach dem vorliegenden Befund richtet. Hierbei wird ein fester Betrag für eine so genannte Regelversorgung, die die Kassen mit den Zahnärzten vereinbart haben, bezahlt. Die Patienten sind aber nicht mehr länger gezwungen auch tatsächlich diese Regelversorgung durchführen zu lassen. Sie erhalten den Zuschuss unabhängig davon, für welche Art des Zahnersatzes sie sich entscheiden. Musste der Patient früher einen höherwertigen Zahnersatz, als er in den Leistungskatalogen der Kassen aufgeführt war, vollständig selbst tragen, so zahlt die Kasse jetzt auch für diesen Zahnersatz den festen Betrag, der auch als Festzuschuss bezeichnet wird.

Der Patient selbst hat damit jetzt also eine größere Entscheidungsfreiheit. Je nachdem, für welche Art von Zahnersatz man sich entscheidet, steigen die selbst zu tragenden Kosten natürlich bei höherwertigen Produkten. Jedoch erhält man eben auch hier noch einen Teil der Kosten durch die Kasse erstattet.

Grundsätzlich ist es aber weiterhin empfehlenswert, das Bonusheft zu führen. Denn wer der Kasse nachweisen kann, dass er in den letzten fünf bzw. zehn Jahren mindestens einmal jährlich (Kinder halbjährlich) beim Zahnarzt war, der erhält nach wie vor einen weiteren Zuschuss zum Zahnersatz. Da damit statt der üblichen 50 Prozent der Regelversorgung durchaus bis zu 65 Prozent dieser Versorgung übernommen werden können, lohnt sich das Weiterführen des Bonusheftes nach wie vor.

Um auch bei der Zuzahlung noch weitere Kosten einzusparen, sollte man sich Behandlungsmöglichkeiten sowie Kostenvoranschläge bei mehreren Zahnärzten einholen. Denn oftmals gibt es auch noch eine kostengünstigere Variante, die genauso hochwertig ist. Oder einer der Zahnärzte arbeitet mit einem besonders preiswerten Dentallabor zusammen und kann so niedrigere Preise für die gleiche Leistung anbieten.

Ebenfalls kann man sich mit einer Zahnzusatzversicherung im privaten Sektor absichern. Diese trägt dann einen weiteren Teil der anfallenden Kosten für den Zahnersatz, sodass man damit seine eigenen Kosten wiederum senken kann. Hier sollte man die Tarife allerdings miteinander vergleichen. Denn oftmals werden Leistungen innerhalb einer bestimmten Frist, meist drei bis fünf Jahre, nach Vertragsabschluss ausgeschlossen oder einfach nur zu einem geringeren Satz gewährt. Eine solche Versicherung kurz vor knapp abzuschließen, macht von daher wenig Sinn, da sie wohl kaum leisten wird.
 
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