Samstag, 25. November 2017

Lohnt sich eine private Pflegeversicherung?

Immer öfter hört man in den Nachrichten von Problemen mit der Krankenversicherung, die beispielsweise bestimmte Behandlungen in Einzelfällen nicht bezahlt, obwohl diese Behandlung aus Sicht der Versicherten den Gesundheitszustand verbessern könnte. Aber nicht nur im Krankenbereich, sondern auch was den Pflegebereich betrifft, gibt es mitunter sehr negative Berichte. Statistisch betrachtet geht man davon aus, dass später im Alter jeder zweite Deutsche mehr oder weniger stark pflegebedürftig wird.

Und als weiteres Problem kommt noch hinzu, dass die Menschen immer älter werden und die Pflegekosten steigen. Zwar gibt es die gesetzliche Pflegeversicherung, die der gesetzlichen Krankenversicherung angeschlossen ist, jedoch vertreten immer mehr Experten die Auffassung, dass man alleine mit diesen aus der Versicherung im Leistungsfall bezahlten Mitteln die tatsächlichen Kosten nicht wird decken können. Aus diesem Grund ist es eine sehr berechtigte Frage, ob sich der Abschluss einer zusätzlichen privaten Pflegeversicherung lohnen könnte.

Um das zu beurteilen muss man im Grunde differenzieren, welche Art von Pflege später in Anspruch genommen werden muss (ambulant oder stationär), was natürlich im Voraus niemand wissen und beurteilen kann. Generell ist es aber bereits heute so, dass die tatsächlichen Kosten, sowohl im ambulanten wie auch im stationären Pflegebereich, für den Pflegebedürftigen oftmals höher sind als die Leistung der Pflegeversicherung. Diese Leistungen sind in erster Linie nach der Pflegestufe des Pflegebedürftigen gestaffelt. Dass die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung oftmals nicht ausreichen, lässt sich sehr gut an einem Beispiel verdeutlichen.

Ein Platz in einem Pflegeheim kostet heute im Monat rund 3.000 bis 3.500 Euro. Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt jedoch selbst in einem Härtefall weniger als 2.000 Euro, in der Regel sind es sogar nur etwa 1.500 Euro in Pflegestufe III. Es gibt also eine monatliche Differenz von etwa 1.500 Euro, die der Pflegebedürftige selbst zahlen müsste. Die Rente reicht hier in den meisten Fällen nicht aus, sodass entweder der Staat (Sozialamt) diese Kosten übernehmen müsste oder alternativ die Angehörigen des Pflegebedürftigen, falls Ehepartner oder Kinder vorhanden sind.

Die wenigsten Pflegebedürftigen möchten natürlich, dass die Kinder für sie finanziell aufkommen müssen. Insofern ist der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung sicherlich eine gute Alternative. Meistens sind die Leistungen hier so aufgebaut, dass eine bestimmte Summe X je nach Pflegestufe, also je nach Schweregrad der Pflegebedürftigkeit, gezahlt wird. Insgesamt betrachtet kann festgehalten werden, dass die private Pflegeversicherung eine sehr lohnenswerte Versicherung ist, zumal Niemand vor dem Eintritt in die Pflegebedürftigkeit geschützt ist.
 
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