Samstag, 25. November 2017

Informationen über dynamische Rente

Hört man den Begriff dynamisch oder Dynamik im Zusammenhang mit einer Versicherung, so kommt einem an erster Stelle der Gedanke, an dynamisch steigende Beiträge. Diese werden jährlich entsprechend der vereinbarten Dynamik um einen prozentualen Satz erhöht. Damit soll langfristig gesehen, eine höhere Ansparung erreicht werden.

Bei der dynamischen Rente hingegen handelt es sich um etwas anderes. Dazu muss man sich jedoch erst einmal mit der Geschichte der Rente befassen. So beruht die heutige gesetzliche Rente auf einem so genannten Generationenvertrag. Dieser Vertrag sagt aus, dass die heute arbeitende Bevölkerung Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt. Aus diesen Beiträgen finanzieren sich die Renten, die an die heutigen Rentner ausgezahlt werden. Die heutigen Arbeitnehmer erarbeiten sich durch die Beitragszahlung einen Anspruch auf eine gesetzliche Rente, sodass man hier darauf hofft, dass auch die nachfolgende Generation für die eigene Rente aufkommen wird.

Dieser Generationenvertrag ist zwar nirgends schriftlich festgehalten, entspricht aber dennoch einem ungeschriebenen Gesetz. Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges war es nun so, dass das Geld der damaligen Rentner aufgrund der enormen Inflation nichts mehr wert war. Trotz eines wirtschaftlichen Aufschwungs konnten die Rentner an diesem nicht mehr partizipieren, da sie ja nicht mehr arbeiteten. Genau aus diesem Grunde wurde dann im Jahre 1957 die dynamische Rente eingeführt. Diese besagt, dass die Renten genauso steigen müssten, wie die Löhne auch. Dadurch sollten auch die Rentner an positiven Entwicklungen in der gesamtwirtschaftlichen Situation des Landes beteiligt werden.

Die Rente stieg also jährlich und orientierte sich in der Steigerung an den Entwicklungen der Löhne. Heute jedoch funktioniert der Generationenvertrag nicht mehr so, wie einst geplant. Wurde die Rente ursprünglich über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren gezahlt, so liegt dieser heute bei durchschnittlich 17 Jahren und wird sicher noch auf 20 Jahre steigen. Die Lebenserwartung ist deutlich höher geworden, es gibt also immer mehr Rentner. Dem gegenüber stehen schwache Geburtenraten. Dadurch wird über kurz oder lang ein Problem entstehen, denn immer weniger Arbeitnehmer müssen für immer mehr Rentner zahlen. Deshalb wird die Rente künftig erst später gezahlt und soll auch deutlich niedriger ausfallen. Die private oder betriebliche Altersversorgung ist deshalb gerade für junge Menschen heute unverzichtbar.

Eine solche Versicherung wird nötig, um die Einnahmen aus der gesetzlichen Rente aufstocken zu können, und somit eine Chance zu haben, auch im Alter den gewohnten Lebensstandard beizubehalten. Andernfalls wäre man trotz jahrelanger Arbeit und Einzahlung in die Rentenversicherung im Alter von Sozialleistungen abhängig, was sicher niemandem ein gutes Gefühl geben wird.
 
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