Dienstag, 26. September 2017

Forderungen gegenüber Schuldnern

Leider müssen auch hierzulande immer mehr Unternehmen feststellen, dass die Zahlungsmoral alles andere als gut ist. Dabei werden Rechnungen oft über Wochen hinweg nicht beglichen und auch auf Mahnungen reagieren die Schuldner nicht. Doch welche Möglichkeiten finden sich noch, um die Schulden einzutreiben, wenn der Mahnweg scheinbar keinen Erfolg hat?

Hier bietet sich dem Gläubiger gleich eine ganze Palette unterschiedlicher Möglichkeiten, mit denen man seine Schulden eintreiben kann. An erster Stelle steht dabei sicher nach wie vor das einfache Mahnverfahren, welches nach einer gewissen Zeit in ein gerichtliches Mahnverfahren übergeht. Das Ganze ist meist auch noch mit entsprechenden Kosten fürs Gericht verbunden, sodass man hier zusätzliche Kosten aufwenden muss, um an sein Geld heran zu kommen. Allerdings kann man mit Hilfe des gerichtlichen Mahnverfahrens auch einen Titel erwirken, der über 30 Jahre lang seine Gültigkeit behält. Selbst wenn der Schuldner im Moment nicht zahlen kann, kann man ihn doch dann pfänden, wenn er wieder zu Geld kommt.

Eine andere Variante, die bestehenden Schulden einzutreiben, geht direkt über ein Inkassobüro. Hier gibt es die Möglichkeit, gegen einen recht hohen Beitrag Mitglied zu werden und dafür für einzelne Mahnvorgänge günstigere Kosten zu erhalten, bzw. sich auch vor der ersten Kontaktaufnahme mit einem potenziellen Kunden entsprechend über dessen Bonität und Zahlungsmoral zu informieren. Allerdings ist eine solche Mitgliedschaft nicht immer nötig. Oft kann man ein Inkassobüro auch einfach so auf den jeweils aktuellen Fall ansetzen. Unternehmen, deren Kunden in der Regel zahlen und bei denen die ausbleibenden Zahlungen eher die Ausnahme sind, fahren mit dieser Variante meist besser. Zwar zahlt man für den Einzelfall etwas mehr, aber der Mitgliedsbeitrag kann durchaus einige Hundert Euro im Jahr betragen, sodass fraglich bleibt, ob diese Variante sinnvoll ist. Die Kosten für das Inkassobüro werden zudem in der Regel dem Schuldner belastet, sodass dieser die Kosten ebenfalls tragen müsste. Allerdings müssen die Unternehmen die Kosten erst einmal vorschießen.

Am einfachsten ist der Verkauf der Forderung. Das auch als Factoring bekannte Vorgehen bietet viele Vorteile. Zunächst einmal stellt das Unternehmen die Rechnungen, gibt auf diesen aber sofort die Bankverbindung des Factoring Unternehmens an. Von diesem Unternehmen erhält der eigentliche Rechnungssteller dann binnen kurzer Frist seine Rechnungen bezahlt, abzüglich einer Gebühr. Sollten die Kunden nun nicht zahlen, ist dies nicht mehr länger Problem des ursprünglichen Unternehmens, sondern das Factoring Unternehmen kümmert sich um das gesamte Mahnwesen. Evtl. wird es dem Unternehmen noch mitteilen, dass an einen nicht zahlenden Kunden keine weiteren Lieferungen mehr vorgenommen werden sollen, aber um mehr muss sich das eigentliche Unternehmen in diesem Fall nicht kümmern.
 
© copyright 2006 - by piloh.de
^