Samstag, 25. November 2017

Ein Schweizer Konto eröffnen als Deutscher

Die Schweiz hat nach wie vor den unantastbaren Ruf eines extrem unabhängigen und neutralen Staates. Gerade im Bankenwesen schwört man auf das Schweizer Nummernkonto, da das Bankgeheimnis in der Schweiz eines der härtesten der Welt ist. So dürfen Schweizer Banker Auskünfte über einen Kontoinhaber nur dann erteilen, wenn ein nachgewiesener Verdacht auf eine schwere Straftat vorliegt. Diese Straftat muss zudem nach Schweizer Verhältnissen strafbar sein, sodass die Steuerhinterziehung nicht dazu gehört.

Grund genug für viele Menschen ein Schweizer Konto zu eröffnen. Doch wie genau läuft diese Kontoeröffnung eigentlich genau ab? Welche Voraussetzungen muss man erfüllen und fallen dafür irgendwelche Kosten an?

Im Grunde gibt es mehrere verschiedene Möglichkeiten die in Frage kommen, um ein Schweizer Konto zu eröffnen. Dazu gehört in erster Linie die Kontoeröffnung über einen Vermittler. Diese finden sich im World Wide Web wie Sand am Meer. Der Vorteil liegt darin, dass die Vermittler sich um alles kümmern und der Kunde selbst nur einige Belege, die der Feststellung seiner Identität dienen, beibringen muss. Allerdings lassen sich viele Vermittler ihre Dienste auch fürstlich bezahlen, sodass mitunter einige Hundert Euro für die Eröffnung des Schweizer Kontos anfallen können.

Einfacher ist es da, das Konto direkt bei der Bank zu eröffnen. Auf dem Postwege können alle Unterlagen wie Personalausweis oder eine Verbraucherrechnung (zur Feststellung des Wohnsitzes) versandt werden. Allerdings ist dabei zu beachten, dass man diese Unterlagen allesamt im Original einreichen muss. So kann es manchmal durchaus sinnvoller sein, die Reise in die Schweiz aufzunehmen, um das Konto dort direkt zu eröffnen. Solange man direkt bei der Bank und nicht über einen Vermittler das Konto eröffnet, fallen bei den meisten Banken auch keine zusätzlichen Kosten an.

Allerdings ist zu beachten, dass Schweizer Banken für die Kontoeröffnung eines nicht in der Schweiz ansässigen Bürgers eine Mindesteinlage verlangen. Diese liegt zumeist zwischen 50.000 und 500.000 Schweizer Franken. Für die Eröffnung des Nummernkontos sind mindestens 150.000 Schweizer Franken einzulegen. Diverse Gebühren fallen ebenfalls für die unterschiedlichen Transaktionen an. Soll Bargeld auf das Schweizer Konto eingezahlt werden, so muss dessen Herkunft ab einem Betrag von 15.000 Euro eindeutig nachgewiesen werden. Überweisungen auf das Schweizer Konto oder von diesem sind dagegen problemlos möglich.

Der Besitz eines Schweizer Kontos muss prinzipiell nirgends angegeben werden. Die meisten Menschen eröffnen dieses ohnehin nur deshalb, um Gelder vor Pfändungen oder auch in Scheidungsfällen in der Schweiz zu sichern. Da niemand nachweisen kann, dass das Konto existiert und die Banker in der Schweiz keine Auskunft erteilen dürfen, wird ein Schweizer Konto auch nur schwer ausgemacht werden können.
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