Mittwoch, 20. September 2017

Auf die Rente Steuern zahlen

Immer wieder hört man davon, dass man auf die Rente auch noch Steuern zahlen soll. Doch was ist dran, an der ganzen Geschichte? Alles nur reine Panikmache oder doch ein Funken Wahrheit? Grundsätzlich sind auch die Einkünfte aus Rentenzahlungen steuerpflichtig. So schreibt es das Gesetz vor. Doch zwischen Steuerpflicht und Steuerzahlung liegen in der Regel Welten.

Aktuell müssen die Renten zu 56 Prozent versteuert werden. Dieser Prozentsatz steigert sich jährlich um zwei weitere Prozentpunkte, bis die Renten dann voll steuerpflichtig werden. Hat man nun also eine jährliche Rente von 12.000 Euro zur Verfügung, sind 56 Prozent davon, also 6.720 Euro zu versteuern. Von dem zu versteuernden Einkommen werden nun noch die Freibeträge für das Existenzminimum abgezogen. Dieses liegt bei 7.664 Euro. Das heißt, bis zur Höhe dieses Einkommens sind keine Steuern zu zahlen. In unserem Beispiel sind die 6.720 Euro zwar zu versteuern, da sie aber noch unterhalb des steuerlichen Existenzminimums liegen, fällt keine Steuer an.

Aber auch wenn man oberhalb dieses Betrages liegt, muss man nicht immer Steuern zahlen. Denn auch Werbungskosten, für Rentner pauschal 102 Euro, und Beiträge zur Privathaftpflicht- oder Kfz-Haftpflichtversicherung müssen noch davon abgezogen werden. In der Regel sinkt der zu versteuernde Anteil der Rente dann wiederum unter diesen Wert und es muss keine Steuer gezahlt werden. Geht man noch einer Nebenbeschäftigung, etwa auf 400-Euro-Basis nach, so sind auch die hierfür anfallenden Werbungskosten, wie etwa die Fahrtkosten, steuerlich absetzbar. Man geht also davon aus, dass Renten bis zu 18.900 Euro etwa steuerfrei bleiben werden.

Anders sieht es hingegen aus, wenn man noch weitere Einkünfte hat. So sind Rentner, die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung erhalten, ebenfalls steuerpflichtig. Da aber diese Einnahmen sowie die Einnahmen aus der Rente meist das Existenzminimum übersteigen, müssen hierbei auch Steuern gezahlt werden. Ferner ist es so, dass dabei aber auch Werbungskosten für die vermieteten oder verpachteten Gegenstände abgesetzt werden können. Hierzu zählen insbesondere Kosten für die Instandhaltung der Wohnung oder des Hauses, aber auch Kreditzinsen. Nach Absetzung dieser Kosten verringert sich natürlich auch der zu versteuernde Betrag und damit auch die Steuer selbst, die man abführen muss.

Am sinnvollsten ist es deshalb, man rechnet einmal durch, ob man denn nun wirklich Steuern zahlen muss oder ob dies doch eher nicht der Fall ist. Lohnenswert ist hierbei aber in jedem Fall die Inanspruchnahme eines Experten, der alle Fragen rund um die Steuern und die absetzbaren Kosten ideal beantworten kann.
 
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