Sonntag, 24. September 2017

Kann man Forderungen verkaufen?

Immer wieder müssen Unternehmen nahezu hilflos mit ansehen, wie ihre Kunden die offenen Rechnungen einfach nicht bezahlen. Kein Wunder, dass immer häufiger auch nach einem Weg gesucht wird, diese Forderungen doch noch bezahlt zu bekommen. Helfen auch Mahnbescheid und Co. nicht weiter, bietet sich oft auch die Möglichkeit, seine Forderungen zu verkaufen. Insbesondere Forderungen, die bereits tituliert sind, können oft verkauft werden, ohne dass dabei Probleme auftreten. Hier ist jedoch zu beachten, dass man erst einmal einen Käufer der Forderungen finden muss, der auch bereit ist, möglichst hohe Beträge für diese zu zahlen.

Das heißt, eine Forderung, die man verkauft, wird nur in den seltensten Fällen zum tatsächlichen Wert dieser Forderung verkauft werden können. Die Käufer von Forderungen müssen schließlich auch noch weitere Versuche unternehmen, diese einzutreiben, selbst wenn es sich um eine bereits titulierte Forderung handelt, kann sich die Eintreibung zum Teil als recht schwierig erweisen. Sinnvoller ist es deshalb, man wendet das Prinzip des Factoring an. Das heißt, man verkauft seine Forderungen sofort. Offene Rechnungen weisen bereits die Bankverbindung des Factoring Partners aus, sodass die Kunden direkt an diesen zahlen. Das Factoring Unternehmen rechnet dann einmal monatlich oder auch in anderen Fristen, die individuell vereinbart werden können, ab. Dabei erhält der Unternehmer seine Forderungen abzüglich einer kleinen Gebühr sofort ausgezahlt.

Gerade in Zeiten sinkender Zahlungsmoral können Unternehmen mit dem Factoring ihre Liquidität auf einfache Art und Weise absichern. Durch die sofortige Begleichung der offenen Forderungen geht das Geld sofort beim Unternehmen ein und es können keine finanziellen Enpässe auftreten. Da die mangelnde Liquidität aufgrund hoher Zahlungsausfälle seitens der Kunden eine der Hauptursachen für den Untergang vieler Unternehmen darstellt, ist Factoring also eine äußerst sinnvolle Lösung.

Allerdings wird es gerade bei sehr kleinen Rechnungen schwierig, einen geeigneten Partner fürs Factoring zu finden. Oftmals setzen solche Unternehmen nur bei Forderungen ab einer bestimmten Größenordnung an, die kleine Unternehmen und Existengründer nur selten erreichen. Insofern ist hier genau zu vergleichen, bei welchem Unternehmen man seine eigenen offenen Forderungen tatsächlich verkaufen kann. Auch die Gebühren unterscheiden sich dabei zum Teil erheblich, sodass auch hier ein Vergleich in jedem Fall angebracht ist. Evtl. sollten die Kosten fürs Factoring auch mit in die Kalkulation einfließen. Allerdings muss man hier nur einen bestimmten Betrag einfließen lassen, da man ja das Risiko des Forderungsausfalls und damit eines der bedeutendsten Unternehmerrisiken vollkommen ausschließen kann. Hierdurch wird also ein enormes Risiko, das normalerweise in jeder Kalkulation berücksichtigt werden sollte, ausgeschlossen.
 
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