Dienstag, 19. September 2017

Zahlung - Kreditkarte als Zahlungsmittel sinnvoll?

Allmählich gewöhnen sich auch die Deutschen an das Plastikgeld. Gemeint sind Euroscheck-Karten und Kreditkarten. Nach vielen Jahren großer Vorbehalte und Aversionen gegen bargeldlose Zahlungsmittel im alltäglichen Zahlungsverkehr haben die Kunden ihre Scheu abgelegt. Dabei sind es nicht nur die EC-Karten die weiter auf dem Vormarsch sind, auch Kreditkarten der verschiedensten Anbieter gewinnen einen immer breiter werdenden Kundenstamm.

Kreditkarten unterscheiden sich von den bekannten EC-Karten wie der Name schon sagt dadurch, dass man bei Nutzung dieser Bezahlmöglichkeit faktisch einen Kredit aufnimmt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um einen Guthabenkredit. Die Kreditkarten werden mit einem unterschiedlich hohen Guthaben ausgestattet an den Kunden ausgegeben, der dann über die maximal vorgegebene Summe verfügen kann.

Die verfügten Beträge werden dann mit unterschiedlich hohen Zinssätzen zu bestimmten, teilweise vom Kreditkartenkunden selbst zu wählenden Teilbeträgen, monatlich vom Girokonto zurückgebucht. Das Verfahren ist immer ziemlich gleich, egal ob man sich für American Express, Visa oder Mastercard entscheidet. Grundsätzlich kann man immer nur ausgeben, was auf der Karte als Guthaben vorhanden ist. Also ist hier auch ein gutes Maß an Übersicht und vorsichtigem Umgang gefragt um nicht unerwartet mit leerer Kreditkarte und den monatlichen Rückzahlungsverpflichtungen dazustehen.

Sind Teilbeträge auf das Kreditkartenkonto zurückgebucht worden kann über diese wieder verfügt werden. Die Ausgabestellen der Kreditkarten verdienen praktisch an den meist entstehenden Jahresgebühren und den Zinsen.

Vorteil der Kreditkarten ist eindeutig ihre recht einfache Handhabung, die natürlich auch gewisse Gefahren birgt. Wenn die Karte zur Bezahlung genutzt werden soll braucht man keine Geheimzahl. Die Karte, manchmal noch der Personalausweis dazu und das war es dann auch schon. Soll Geld am Automaten abgehoben werden sind die Beträge oft wöchentlich begrenzt und meist ist hier dann eine PIN nötig. Ansonsten funktioniert die Kreditkarte am Geldautomaten wie die übliche Bankkarte.

Eine Vielzahl von Akzeptanzstellen ermöglicht ohne Umstände den nationalen und internationalen Einsatz der Kreditkarten. Ob beim Einkaufen, Tanken, im Hotel oder Restaurant - Kreditkarten werden mittlerweile fast überall akzeptiert.

Für wenig umsichtige Kreditkartenkunden gibt es natürlich auch nicht zu unterschätzende Nachteile. Im Gegensatz zur EC-Kartennutzung muss immer klar sein, dass man mit der Nutzung der Kreditkarte praktisch Kreditnehmer ist und Zinsen und regelmäßige Rückzahlungsbeträge zu entrichten hat. Darüber hinaus kann so ziemlich jeder, der sich Zugriff zur fremden Kreditkarte verschafft, diese auch nutzen. Die Abfrage der Ausweisdokumente erfolgte nämlich höchst selten. Also gut aufgepasst!

Was die Sicherheit beim Bezahlen und bezüglich eventueller Fremdzugriffe anbetrifft ist die EC-Karte beim Plastikgeld nach wie vor die bessere Wahl. Kreditkarten für kurzfristige Vergnügungen einzusetzen ist allein wegen der Zinsbelastung gut zu überlegen. Sinnvoll sind Kreditkarten immer dann, wenn der Verfügungsrahmen des Girokontos nicht ausreicht und langfristige Investitionen getätigt werden sollen bzw. als Notgeld.
 
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