Montag, 25. September 2017

Variable Zinsen aushandeln - sinnvoll oder nicht?

Die Zinsen sind sowohl in Bezug auf eine Geldanlage, als auch bei einer Kreditaufnahme ein entscheidendes Kriterium für die Auswahl. Doch was ist eigentlich besser? Variable Zinsen oder doch feste Zinsen? Hier kommt es immer auf die aktuellen Gegebenheiten am Markt an.

Befindet man sich gerade in einer Niedrigzinsphase, in der man davon ausgehen kann, dass die Zinsen in naher Zukunft steigen werden, so lohnt es sich, bei der Kreditaufnahme einen festen Zinssatz auszuhandeln. Der Vorteil dabei liegt klar auf der Hand: die Kosten bleiben kalkulierbar und der aktuell niedrige Zins kann oft über Jahre hinweg genutzt werden. Speziell bei Baukrediten ist hier die Zinsfestschreibung so lange wie nur irgend möglich auszuhandeln. Grundsätzlich können Zinsfestschreibungen über fünf bis 30 Jahre erfolgen. Ab 15 Jahren Zinsfestschreibung verlangen die Banken meist zwar einen kleinen Aufschlag, doch steigen die Zinsen wieder, kann man so eine Menge Geld sparen. Zudem hat die Bank keine Möglichkeit den Vertrag zu kündigen, sofern er denn ordnungsgemäß bedient wurde. Der Kunde allerdings kann 10 Jahre nach Auszahlung des Darlehens dieses mit einer Frist von sechs Monaten kündigen, um beispielsweise bei gefallenen Zinsen eine noch günstigere Anschlussfinanzierung aufzunehmen.

Ganz anders sieht es bei den Geldanlagen aus. Sind die Zinsen aktuell sehr niedrig und man rechnet mit steigenden Zinsen für die Zukunft, lohnt es sich hier, einen variablen Zins zu vereinbaren. Dieser wird dann immer an die aktuellen Marktbedingungen angepasst. Das heißt, der Zins an sich wird bei steigenden Marktzinsen nach oben korrigiert, bei fallenden nach unten.

Bei sehr hohen Zinsen zum Abschlusszeitpunkt eines Darlehens oder einer Geldanlage sollte man hingegen eher anders herum vorgehen. Das Darlehen sollte mit variablen Zinsen ausgestattet werden, um auf sinkende Zinsen reagieren zu können und so Einsparungen zu erzielen. Die Geldanlage sollte hingegen mit einem festen Zinssatz versehen werden, um hier dem Risiko sinkender Zinsen und damit auch sinkender Erträge aus dem Wege zu gehen.

Grundsätzlich hängt die Entscheidung für einen festen oder variablen Zins also immer vom aktuellen Geschehen auf dem Kapitalmarkt ab. Auch die Form des Vertrages, also Darlehen oder Geldanlage, ist hierfür entscheidend. Nichtsdestotrotz gilt aber auch hier - ein umfassender Vergleich lohnt. Denn nicht immer bietet die Hausbank hier die besten Konditionen. Direktbanken oder Onlinebanken, die keine eigenen Geschäftsstellen unterhalten, können für Geldanlagen oft höhere Zinsen zahlen, für Kredite oft niedrigere Zinsen veranschlagen. Dies liegt schlicht und ergreifend daran, dass diese Banken keine Kosten für die Zweigstellen tragen müssen und diesen Vorteil entsprechend auch an ihre Kunden weitergeben können.
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