Mittwoch, 1. April 2020

Bewertung des Kreditausfallrisikos im Kreditwesen

Die Banken vergeben heutzutage tägliche viele Millionen Euro an Darlehen, die sowohl private als auch gewerbliche Kunden für verschiedene Zwecke benötigen. Wer Kapital verleiht, der geht damit immer auch ein gewisses Risiko ein, dass der Kreditnehmer ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr in der Lage sein könnte, die vereinbarten Kreditraten zu zahlen. In solchen Fällen kann mit verschiedenen Mitteln versucht werden, die Rückzahlung doch noch sicherzustellen, wie zum Beispiel durch eine vorübergehende Aussetzung der Raten oder die Verlängerung der Laufzeit, die eine Reduzierung der Ratenhöhe zur Folge hätte.

Meistens zahlt ein Kreditnehmer die vereinbarten Raten nicht böswillig nicht mehr weiter, sondern es ist eine Situation eingetreten, die dazu führt, dass die Kreditrate in der ursprünglich vereinbarten Höhe nicht mehr tragbar ist. Ein Grund ist meistens entweder ein reduziertes Einkommen (Arbeitslosigkeit, Jobwechsel etc.) oder gestiegene Ausgaben auf Seiten des Kreditnehmers. Das generelle Risiko, dass der Kreditnehmer die Raten nicht mehr zahlen kann, wird auch als Kreditausfallrisiko bezeichnet. Denn kann der Kreditnehmer die Raten gar nicht mehr aufbringen, bedeutet das für die Bank in aller Regel einen kompletten oder zumindest einen teilweisen Ausfall der vorhandenen Darlehensforderung. Grundsätzlich ist es also eine sehr wichtige Aufgabe der Bank, bereits vor der Auszahlung des Darlehens zu bewerten, wie hoch das Risiko bei jedem einzelnen Kunden ist, dass die spätere Forderung eventuell ausfallen könnte.

Zwar können plötzliche Ereignisse wie Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit nie vorhergesagt werden, aber dennoch hat die Bank einige Möglichkeiten einzuschätzen, wie hoch das Risiko ist, dass der Kreditnehmer eventuell später einmal in Zahlungsschwierigkeiten kommen könnte. Die interessante Frage ist daher auch, auf welcher Grundlage die Banken das immer vorhandene Kredit Ausfallrisiko bewerten? Die zentrale Rolle bei der Einschätzung des Kreditausfallrisikos ist die Bewertung, wie hoch die Kreditwürdigkeit des Kunden ist. Und diese Bewertung erfolgt in erster Linie auf der Basis der Schufa-Auskunft auf der einen Seite und des vorhandenen Einkommens auf der anderen Seite.

Die nicht negative Schufa-Auskunft ist heute im Grunde schon eine unabdingbare Voraussetzung dafür, dass das Kredit Ausfallrisiko als nicht zu hoch angesehen wird, sodass eine Darlehensvergabe nicht vertretbar wäre. Ist die Schufa in Ordnung, so wird die Bank dann im zweiten Schritt anhand des Einkommens und vor allem auch im Verhältnis zu den Ausgaben beurteilen, ob die zukünftige Kreditrate ohne größere Probleme tragbar ist. Falls ein erhöhtes Kreditausfallrisiko besteht, kann die Bank den Kredit entweder ablehnen oder zum Beispiel durch Hereinnahme von Sicherheiten erreichen, dass das Ausfallrisiko reduziert wird, sodass die Kreditvergabe doch noch vertretbar ist.
 
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