Mittwoch, 1. April 2020

Nutzen und Kosten des Dispositionskredits im Vergleich

Der Dispositionskredit ist auf jeden Fall ein sehr flexibles Darlehen, welches von vielen Kunden schon seit Jahrzehnten genutzt wird. Im klassischen Sinne ist der Dispositionskredit, der gerne kurz auch als Dispo oder Dispokredit bezeichnet wird, eigentlich gar kein Darlehen, sondern vielmehr eine Kreditlinie. Diese Kreditlinie räumen die Banken vielen Kunden auf dem Girokonto ein, damit das Konto bei Bedarf auch schon einmal in bestimmter Höhe überzogen werden darf. Viele Kunden schätzen den Dispokredit daher als unkomplizierten und flexiblen Kreditrahmen.

Dem Nutzen des Dispokredites stehen allerdings auch einige Nachteile gegenüber, die sich vor allen Dingen im Hinblick auf die Kosten zeigen. Der Dispositionskredit gilt nämlich als der teuerste Kredit, den Privatkunden im Bankenbereich aufnehmen können. Der Grund sind die hohen Dispozinsen, die viele Banken verlangen. Mitunter müssen Kunden einen Zinssatz von mehr als 13 Prozent zahlen, falls sie ihren Dispokredit nutzen möchten. Zum Vergleich: Einen Ratenkredit gibt es teilweise schon ab einem Zinssatz von unter vier Prozent. Trotz dieser deutlichen Differenz, was die Zinssätze im Bereich Dispokredit und Ratenkredit angeht, nutzen nach wie vor sehr viele Bankkunden ihren Dispokredit nicht nur regelmäßig, sondern mitunter dauerhaft über viele Jahre hinweg.

Eigentlich ist der Dispokredit allerdings nur dafür gedacht, kurzfristige Engpässe im Hinblick auf die Liquidität vorübergehend ausgleichen zu können. In der Theorie ist der Dispokredit also nur für die kurzfristige Inanspruchnahme gedacht, jedoch wird die Kreditlinie in der Praxis oft sehr langfristig in Anspruch genommen. Aus dem Grund ist es sehr wichtig und auch wirtschaftlich sinnvoll, wenn man den Nutzen und die Kosten des Dispokredites für sich ganz persönlich einmal gegenüberstellt. Der wesentliche Nutzen des Dispokredites besteht darin, dass der Inhaber des Girokontos stets eine Liquiditätsreserve hat.

Steht eine nicht eingeplante Ausgabe vor der Tür, muss nicht extra ein Ratenkredit aufgenommen werden, sondern durch den Dispokredit kann das Girokonto überzogen werden. Von der Struktur her ist er Dispokredit also eigentlich sehr vorteilhaft, nur wird er von viel zu vielen Kunden falsch genutzt. Dem Nutzen stehen die Dispozinsen als Kostenfaktor gegenüber. Wer seinen Dispositionskredit zum Beispiel in Höhe von 3.000 Euro ein ganzes Jahr lang in Anspruch nimmt, der muss je nach Bank immerhin bis zu 400 Euro Zinsen dafür zahlen. Alternativ würde ein Ratenkredit mit einer Laufzeit von einem Jahr schon ab einer Zinssumme von lediglich 120 Euro zu erhalten sein.
 
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