Samstag, 16. Oktober 2021

Hohe Bauzinsen - lohnt eine Umschuldung?

Wenn die Zinsbindungsfrist des bisherigen Darlehens für den Hausbau oder -kauf abgelaufen ist, wird es Zeit, sich auf dem Markt nach einer passenden Anschlussfinanzierung umzuschauen. Diese sollte, ebenso wie die einst abgeschlossene Finanzierung natürlich mit möglichst niedrigen Zinsen ausgestattet sein. Doch was ist, wenn man auf dem Markt allgemein recht hohe Bauzinsen vorfindet? Lohnt sich dann die Umschuldung zu einem anderen Darlehensgeber im Rahmen der Anschlussfinanzierung überhaupt noch?

Grundsätzlich sollte man in solchen Fällen genau abwägen. Sind die Zinsen höher, als bisher, rechnet sich die Umschuldung nur in den seltensten Fällen. Denn wechselt man mit dem Darlehen zu einem anderen Darlehensgeber und fallen hier höhere Zinsen an, so muss man diese tragen, zusätzlich aber auch für die Kosten der Umtragung im Grundbuch aufkommen. Denn der neue Darlehensgeber möchte als Sicherheit eine Grundschuld Eintragung im Grundbuch erhalten, der bisherige Darlehensgeber muss diese Grundschuld abtreten. Für die Aus- bzw. erneute Eintragung im Grundbuch muss mit den üblichen Gebühren gerechnet werden, die an das Grundbuchamt zu zahlen sind. Meist wird die erneute Eintragung einer Grundschuld ohnehin erst durch den Notar möglich, für den dann ebenfalls entsprechende Kosten anfallen.

Eine Umschuldung sollte deshalb in aller Regel nur bei einem allgemeinen, niedrigen Zinsniveau erfolgen, nicht jedoch, wenn man davon ausgeht, dass die Bauzinsen am Markt gerade sehr hoch sind. In diesen Fällen wird man mit einer Umschuldung nur für erhöhte Kosten sorgen, die keinen Darlehensnehmer wirklich weiter bringen. Man sollte die Anschlussfinanzierung also beim bisherigen Darlehensgeber belassen, da man hier auf die erneute Grundbucheintragung verzichten kann, ebenso wie auf eine erneute Bewertung des Hauses bzw. Grundstücks. Durch diese entstünden bei der Umschuldung nochmals weitere Kosten, alles in allem wäre eine solche in diesen Zeiten also ein reines Verlustgeschäft.

Nur wenn man trotz hoher Bauzinsen ein deutlich günstigeres Angebot findet, als das, welches der bisherige Darlehensgeber unterbreitet, kann man davon ausgehen, dass hier auch entsprechend eine Umschuldung lohnenswert sein kann. Hierzu sollte man allerdings sämtliche Kosten genau im Auge behalten und diese gegeneinander abwägen. Andernfalls wird es wohl kaum möglich sein, trotz Umschuldung zu günstigeren Konditionen die Anschlussfinanzierung zu finden.

Beratung für die richtige Umschuldung kann man bei einem unabhängigen Finanzberater erhalten. Dieser kann auch verschiedene Baufinanzierung, die sich als Anschlussfinanzierung eignen würden, miteinander vergleichen und dem Darlehensnehmer seine Berechnungen vorstellen. Aufgrund dieser kann man sich dann für den einen oder anderen Darlehensgeber entscheiden und dessen Angebote nochmals genauer betrachten. Letztendlich sollte die Entscheidung aber immer aufgrund eines individuellen Angebots erfolgen.
 
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