Samstag, 24. Juli 2021

Zinsbindungsfrist beim Hypothekendarlehen beachten

In vielen Medien wird seit geraumer Zeit darüber berichtet, wie günstig die Hypothekenzinsen derzeit sind und dass es immer mehr Verbraucher schaffen, den Traum vom Eigenheim zu realisieren. Mitunter wird dabei der Eindruck erweckt, dass sich im Grunde fast jeder Verbraucher ein Hypothekendarlehen leisten könnte, was in der Praxis jedoch keineswegs automatisch der Fall ist. Wer sich dennoch in der Lage fühlt, eine Immobilienfinanzierung auf Dauer durchführen zu können, der sollte vor Abschluss des Kreditvertrages einige Punkte beachten.

Zu den wichtigen Eigenschaften gehört bei jedem Hypothekendarlehen unter anderem die Zinsbindungsfrist bzw. die Art der Zinsgestaltung. Mit der Art der Zinsgestaltung ist gemeint, dass sich die Kreditnehmer bei einem Immobilienkredit stets zwischen zwei Varianten entscheiden können, nämlich einerseits zwischen der Zinsfestschreibung und zum anderen kann der Kunde auch wünschen, dass ein variabel verzinsliches Darlehen abgeschlossen wird. Ein solches Darlehen mit variablem Zinssatz ist allerdings schon seit einigen Jahren für kaum noch einen Kreditnehmer interessant, was vor allem daran liegt, dass die Hypothekenzinsen schon seit mehr als 36 Monaten auf einem sehr niedrigen Niveau sind. Dieses niedrige Niveau führt natürlich dazu, dass sich die meisten Kreditnehmer diese günstigen Bauzinsen sichern möchten, was bei einem variabel verzinslichen Darlehen nicht der Fall wäre. In diesem Fall würde der Kreditnehmer nämlich stets das Risiko eingehen, dass die Kapitalmarktzinsen im Laufe der Rückzahlungsdauer steigen, was dann zur Folge hätte, dass die Bank die Kreditzinsen anheben würde. Daher ist es unstrittig, dass es für den Kunden deutlich besser ist, sich bei einem ohnehin niedrigen Zinsniveau für die Variante der Zinsfestschreibung zu entscheiden.

Bei der Zinsbindungsfrist kommt es letztendlich aber auch noch darauf an, sich für die passende Dauer zu entscheiden. Nahezu alle Banken, die Immobilienkredite im Angebot haben, bieten dem Kunden bezüglich der Zinsbindungsfristen eine größere Auswahl an. Zumindest die Dauer von fünf und zehn Jahren haben im Prinzip nahezu alle Kreditinstitute im Angebot. Allerdings gibt es auch immer mehr Banken, die noch längere Zinsbindungsfristen im Angebot haben, die sogar bis zu 20 Jahren reichen können. Wer sich als Kreditnehmer für eine entsprechende Zinsbindungsfrist entscheiden muss, sollte definitiv wissen, dass sich mit der Zinsbindungsfrist auch die Kreditzinsen ändern. In der aktuellen Niedrigzinsphase ist es so, dass die zu zahlenden Hypothekenzinsen umso höher sind, desto länger die Zinsbindungsfrist ist. Wer sich also beispielsweise für eine Zinsfestschreibung über einen Zeitraum von fünf Jahren entscheidet, der muss vielleicht nur einen Kreditzins von 1,20 Prozent zahlen. Entscheidet sich der Kreditnehmer hingegen für eine Zinsbindung von beispielsweise 15 Jahren, könnte der gleiche Kredit für einen Zinssatz von dann zum Beispiel 2,60 Prozent vergeben werden.
 
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