Samstag, 24. Juli 2021

Billiges Baugeld - Voraussetzungen

Das größte Vorhaben im Leben eines Menschen ist wohl der Bau des Eigenheims. Grundsätzlich werden hierfür schnell einige Hunderttausend Euro benötigt, dass in dieser Größenordnung ein Darlehen nahezu unverzichtbar ist, dürfte dabei wohl Jedem klar sein. Die Zinsen für diese Baudarlehen, im Volksmund auch häufig Baugeld genannt, liegen dabei seit einigen Jahren sehr günstig. Grund hierfür ist der stark gesunkene Marktzins, der sich dann natürlich auch auf das Baugeld auswirkt.

Doch nicht jeder erhält gleichermaßen günstiges Baugeld. Man kann zwar grundsätzlich davon ausgehen, dass man hier den einen oder anderen günstigen Zinssatz erhalten kann, doch müssen für die besonders niedrigen Zinsen auch ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

So können günstige Zinsen beispielsweise nur für die erstrangig eingetragenen Darlehen gewährt werden. Von einer erstrangigen Eintragung spricht man in diesem Zusammenhang immer dann, wenn die Grundschuld, die im Grundbuch eingetragen wird, im ersten Rang steht. In diesen Fällen kann sich der Gläubiger im Falle einer Zwangsvollstreckung als erstes aus den Erlösen bedienen, wodurch das Kreditausfallrisiko sinkt. Dadurch können hier auch die Zinsen deutlich niedriger ausfallen. Allerdings ist die erstrangige Grundschuld nur bis zu einem Darlehensbetrag möglich, der maximal 60 Prozent der Beleihungsgrenzen entspricht. Alles, was darüber hinaus geht, wird als zweitrangige Grundschuld eingetragen, dementsprechend fallen auch die Zinsen höher aus.

Sinnvoller ist es deshalb, das Bankdarlehen nur zu maximal 60 Prozent aufzunehmen und eine Aufstockung für das fehlende Fremdkapital beispielsweise über ein Bauspardarlehen vorzunehmen. Dieses ist von Haus aus mit sehr günstigen Zinsen auch bei höheren Beleihungen versehen, sodass man doch einige Euro durch diese Kombination bei der Baufinanzierung einsparen kann. Ein Bauspardarlehen ist aber nur dann möglich, wenn man einen Bausparvertrag abgeschlossen hat, der bereits einige Zeit bespart wurde und nun zuteilungsreif ist.

Eine weitere Möglichkeit, an günstiges Baugeld heran zu kommen, liegt in der Inanspruchnahme staatlicher Fördermittel, wie sie beispielsweise von der KfW vergeben werden. Hier erhält man ebenfalls sehr zinsgünstige Darlehen für den Bau oder Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum. Dabei können diese Darlehen nachrangig besichert werden, ohne dass dadurch höhere Zinsen entstehen.

Beim Bankdarlehen sollte man zudem eine gute Bonität aufweisen. Wer ein hohes, sicheres Einkommen vorweisen kann, der kann davon ausgehen, bessere Zinsen zu erhalten, weil einfach das Kreditausfallrisiko deutlich geringer ausfällt. Dadurch gewähren die Banken hier auch niedrigere Zinsen. Grundsätzlich sollte man beim Baugeld also auf einen guten Mix verschiedener Bestandteile und Darlehen achten. So erhält man doch deutlich günstigere Zinsen, als wenn man sich einzig und allein auf das Bankdarlehen stützt und vielleicht noch nicht einmal Eigenkapital aufweisen kann. In diesen Fällen ist die Überschuldung nahezu sicher und die private Insolvenz wird wohl auch nicht lange auf sich warten lassen.
 
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