Donnerstag, 28. Mai 2020

Investment in ABS Fonds und Risikobewertung

Seit der Finanz-und Wirtschaftskrise suchen die Anleger heute in größerem Umfang als früher verstärkt nach sicheren Investments. Dieses erhöhte Bedürfnis nach Sicherheit macht sich im Prinzip bei allen Anlageformen bemerkbar. Es wird nicht nur nach sehr sicheren Spareinlagen oder Tagesgeldern gesucht, sondern beispielsweise auch im Fondsbereich sind Anleger oftmals darauf bedacht, sich für möglichst sichere Fondsarten zu entscheiden, wie zum Beispiel die Garantiefonds.

Aus diesem Grunde muss der Anleger stets auch im Fondsbereich genau informiert sein, welche Eigenschaften der jeweilige Fonds aufweist. So sollte man zum Beispiel die so genannten ABS Fonds von der Sicherheit her nicht mit den Airbag Zertifikaten verwechseln, die durch den Begriff Airbag für eine erhöhte Sicherheit stehen. Denn die Bezeichnung ABS hat in diesem Fall nichts mit dem Antiblockier-System als Symbol für Sicherheit zu tun, sondern ABS steht in diesem Fall für Asset Backed Securities, was mit forderungsgesicherte Wertpapiere übersetzt werden kann. Was auf den ersten Blick ebenfalls nach einer erhöhten Sicherheit klingt (forderungsgesichert), bedeutet in der Praxis jedoch nicht, dass diese Wertpapiere besonders sicher wären. Es handelt sich konkret um Wertpapiere, die ein Unternehmen ausgibt, um von dem Erlös bzw. von den Einnahmen, die durch das vom Anleger zur Verfügung gestellte Kapital zustande kommen, bestimmte Forderungen ankaufen zu können.

Im Prinzip werden diese ABS Wertpapiere also von einer Factoringgesellschaft emittiert, die mit dem Ankauf von Forderungen beschäftigt ist. Das Geschäftsprinzip dieser Gesellschaften beinhaltet, dass zunächst Wertpapiere, eben die ABS Wertpapiere, zur Beschaffung des Kapitalbedarfs emittiert werden, um dann Forderungen ankaufen zu können. Meistens sind das Bankkredite, welche die Bank an die Gesellschaft zum Nominalwert mit einem Disagio verkauft. Dieses Disagio stellt dann für die Factoringgesellschaft den Ertrag dar. Das die ABS Wertpapiere dennoch ein etwas erhöhtes Risiko aufweisen äußert sich auch darin, dass die Emittenten fast immer einen Zinssatz zahlen, der über dem aktuellen Marktzins liegt. Und dieses erhöhte Risiko überträgt sich natürlich in gewisser Form auf die ABS Fonds.

Allerdings muss man auch sagen, dass das Investment in ABS Fonds zwei wesentliche Vorteile gegenüber dem direkten Investment in die ABS Wertpapiere hat. Der erste Vorteil besteht darin, dass viele Anleger gar nicht genug Kapital hätten, um direkt in ABS Wertpapiere zu investieren, da die Nennbeträge recht hoch sind. Der zweite Vorteil ist der bei eigentlich jedem Fonds vorhandene Vorteil, nämlich die Risikostreuung. Aufgrund der Tatsache, dass der Fonds in viele unterschiedliche ABS Wertpapiere investiert, würde ein Kreditausfall eines oder weniger dieser forderungsgesicherten Wertpapiere auch keine so dramatische Auswirkung auf das Gesamtvermögen haben, als wenn der Anleger selbst in ein einzelnes ABS Wertpapier investieren würde.
 
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