Donnerstag, 20. Juni 2024

Anlagen in Aktienanleihe als modernes Finanzprodukt?

Eine Aktienanleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier mit einer überdurchschnittlich guten Verzinsung. Am Ende der Laufzeit zahlt die Bank als Emittent entweder den Nominalwert der Anleihe aus oder bucht eine vereinbarte Anzahl an Aktien einer ebenfalls definierten Gesellschaft in das Wertpapier-Depot des Anlegers ein. Eine Variante der Aktienanleihe besteht darin, dass statt einer einzigen bezogenen Aktie unterschiedliche Papiere an den Anleger geliefert werden, wenn das Kreditinstitut die Verkaufsoption ausübt.

Zur Festlegung, ob Aktien oder Bargeld zur Auszahlung kommen, wird beim Erwerb der Aktienanleihe ein Aktienwert als Andienungsschwelle oder Ausübungspreis festgelegt, bei dessen Unterschreitung die Bank Aktien liefert, während sie bei einem oberhalb dieser Grenze gelegenen Aktienkurs die Anleihe durch Geld auslöst. Für den Kunden beschränkt sich der maximal mögliche Kursgewinn aus dem Aktiengeschäft auf die Differenz zwischen dem Aktienwert am Tage der Zeichnung der Aktienanleihe und dem entsprechenden Wert am Fälligkeitstag. Falls die bezogene Aktie eine höhere Wertsteigerung aufweist, erhält er statt der Wertpapiere Geld und profitiert vom Wertzuwachs nicht. Im Gegensatz hierzu trägt er das Verlustrisiko nahezu vollständig, es wird lediglich durch die garantierten Zinszahlungen gemildert.

Den nominell hohen Zinszahlungen steht jedoch gegenüber, dass der Anleger während der Laufzeit einer Aktienanleihe keine Dividende erhält. Auf Grund der Begrenzung des möglichen Kursgewinns erweist sich das wirtschaftliche Ergebnis für den Anleger in der Regel bei einem direkten Erwerb der entsprechenden Aktien als gegenüber der Aktienanleihe deutlich besser. Lediglich der Totalverlust des eingesetzten Geldes ist ausgeschlossen, da es sich bei den vereinbarten Zinsen um sichere Einnahmen handelt. Dass Aktienanleihen jederzeit über die Börse verkauft werden können, bedingt gegenüber der Direktanlage keinen Vorteil, da auch Aktien uneingeschränkt verkaufbar sind. Empfohlen werden können Aktienanleihen nur für Papiere, welche eine sehr geringe Schwankungsbreite im Wert aufweisen, sofern der Zinssatz den Ertrag der Dividende deutlich übersteigt.

Wenn die bezogene Aktie gegenüber dem Nominalwert der Aktienanleihe an Wert verliert, besteht durchaus die Chance einer späteren Kurserholung. Der Anleger erhält in diesem Fall die vereinbarte Anzahl an Aktien geliefert und profitiert von einer möglicherweise künftig positiven Wertentwicklung. Solange die Aktien nicht verkauft werden, ist der Verlust lediglich auf dem Papier eingetreten und im Wert des Depots ablesbar. Steuerlich wird bei der Auslösung einer Aktienanleihe in Form von Aktien zunächst der tatsächlich für die Anleihe bezahlte Nominalbetrag als Erwerbspreis der Wertpapiere betrachtet. Sollten diese später mit Verlust verkauft werden, lässt sich dieser mit Gewinnen aus anderen Aktiengeschäften verrechnen.
 
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