Mittwoch, 16. Oktober 2019

Gewinnmitnahmen beim Daytrading

Heutzutage können auch Kleinanleger mit nahezu allen Finanzinstrumenten handeln, angefangen von Anleihen, über Fonds und Aktien, bis hin zu Derivaten wie Optionsscheine oder CFDs. Selbst der Handel mit Rohstoffen und Devisen ist für Privatkunden heute problemlos möglich. Eine der Grundlagen, die in den vergangenen Jahren dazu geführt hat, dass ein solcher Handel mit nahezu allen Finanzprodukten möglich geworden ist, ist das so genannte Daytrading.

Denn gerade beim Handel mit sehr spekulativen Finanzinstrumenten, wie zum Beispiel Derivaten oder auch den Devisen, ist eine schnelle Reaktionsmöglichkeit seitens des Anlegers von großer Bedeutung, wenn es um die Realisierung von Gewinnen und auch um die Vermeidung von Verlusten geht. Und möglich geworden ist diese schnelle Reaktionsfähigkeit erst mit dem Daytrading. Unter dem Begriff Daytrading wird im Allgemeinen verstanden, dass man bestimmte Finanzprodukte, die man an einem Tag X gekauft hat, noch am gleichen Tag wieder verkaufen kann. Vor etwas mehr als zehn Jahren war ein gleichtägiger Handel noch nicht möglich, denn in früheren Zeiten hat es teilweise bis zu zwei Tagen gedauert, bis die gekauften Finanzkontrakte auch im Depot eingebucht wurden.

Heute erfolgt die Einbuchung ins Depot oder auf das Handelskonto hingegen meistens innerhalb von wenigen Minuten, nachdem die Kauforder erfolgreich ausgeführt wurde. Wer also beispielsweise um 10:45 Uhr morgens Optionsscheine auf die Allianz Aktien kauft, der kann diese Optionsscheine, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist, im Normalfall schon um 10:47 Uhr wieder verkaufen. Führt man also den Gedanken des Daytradings weiter, so müsste man heute von der Praxis her eigentlich schon vom „Minute-Trading“ sprechen. In manchen Handelsbereichen ist das Daytrading heute sogar schon so weit fortgeschritten, dass man Finanzprodukte schon wenige Sekunden nach dem Kauf wieder verkaufen kann. Sehr wichtig ist diese Möglichkeit vorrangig beim Handel mit Devisen und beim Handel mit Rohstoffen.

Denn in diesen Segmenten ändern sich die Kurse und Preise der Handelsgüter in Sekunden, und zwar mitunter in nicht geringem Umfang. Zudem kann der Anleger aufgrund des in diesen Bereichen üblichen Hebels schon in Sekunden höhere Gewinne erzielen oder auch Verluste erleiden, sodass die extrem schnelle Reaktionsmöglichkeit praktisch unerlässlich ist, wenn man erfolgreich handeln möchte. Hauptursache für das in der Praxis nicht mehr wegzudenkende Daytrading sind natürlich die weite Verbreitung der Computersysteme, denn heute kann jeder Anleger auf Wunsch eine Order direkt zu Hause vom PC aus erfassen und weiterleiten, sodass es praktisch keine zeitlichen Verzögerungen zwischen Erteilung und Ausführung einer Order mehr gibt.
 
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