Donnerstag, 9. Dezember 2021

Der Interbankkredit als Darlehen unter Banken

Nicht nur Privatkunden haben von Zeit zu Zeit Kapitalbedarf, sondern auch Banken müssen sich refinanzieren und müssen daher mitunter einen Kredit aufnehmen. Grundsätzlich gibt es für Banken deutlich mehr Mittel und Wege der Kapitalbeschaffung, als es bei Privatkunden der Fall ist. Denn während Privatkunden im Grunde nur die Möglichkeit haben, entweder bei der Bank einen Kredit aufzunehmen oder sich von privater Seite aus Geld zu leihen, können Banken zum Beispiel auch Anleihen ausgeben oder Aktien an der Börse einführen, falls es sich bei der Bank um eine Aktiengesellschaft handelt.

Darüber hinaus haben die Banken ebenfalls die Möglichkeit, sich bei der Europäischen Zentralbank (EZB) Kapital zu leihen. Zurzeit ist das sogar eine extrem günstige Form der Kapitalbeschaffung, denn die Banken müssen derzeit nur den geringen EZB-Leitzinssatz von lediglich 0,75 Prozent zahlen, falls sie sich von der EZB Geld leihen möchten. Neben diesen zuvor genannten Optionen haben die Banken aber noch eine weitere Möglichkeit der Kapitalbeschaffung. Und zwar handelt es sich dabei um die Aufnahme eines sogenannten Interbankenkredites. Wie schon der Name zu erkennen gibt, handelt es sich beim Interbankenkredit um ein Darlehen, dass zwischen („inter“) den Banken vergeben wird. In diesem Fall leiht sich die Bank also kein Geld von den Anlegern oder von der EZB, sondern von einer anderen Bank. Interbankenkredite sind im Prinzip unter den Banken sehr üblich und auch relativ beliebt, da die Einräumung des Kredites sehr einfach und unkompliziert ist.

Meistens verleihen sich bestimmte Banken untereinander regelmäßig Geld, sodass oftmals eine bestimmte Kreditlinie für verschiedene Banken vorhanden ist. Demzufolge kann man sich den Interbankenkredit ungefähr so wie einen Dispokredit oder einen Abrufkredit an Privatkunden vorstellen. Denn auch hier bekommt der Kunde als Kreditnehmer eine gewisse Kreditlinie eingeräumt, die er bei Bedarf nutzen kann. Vom Charakter her handelt es sich bei dem Interbankenkredit in aller Regel um ein sehr kurzfristiges Darlehen. Oftmals wird der Kredit nur für wenige Tage in Anspruch genommen. Der Zinssatz orientiert sich meistens an einem bestimmten Interbankenzins, wie zum Beispiel am LIBOR (London Interbank Offered Rate) oder am FIBOR (Frankfurt Interbank Offered Rate). Derzeit sind auch diese Zinssätze relativ niedrig und bewegen sich im Bereich zwischen 0,5 und 1,5 Prozent. Auch beim Interbankkredit kommt es übrigens mitunter auf die Bonität der Bank an, was den exakten Zinssatz angeht, welchen die kreditgebende Bank haben möchte.
 
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