Samstag, 24. Juli 2021

Jahreszinssatz nach der Uniform-Methode berechnen

Der Jahreszinssatz ist sowohl im Bereich der verzinslichen Geldanlagen als auch in der Sparte der Finanzierungen eine wichtige Größe. Vor allem bei größeren Finanzierungen, beispielsweise bei Immobilienfinanzierungen oder gewerblichen Finanzierungen, dient der Zinssatz als Vergleichsgröße zwischen den Angeboten. Dabei ist es sehr wichtig zu beachten, dass man stets den Effektivzinssatz zum Vergleichen nutzt und nicht den Nominalzinssatz, da dieser weder Gebühren und Kosten des Kredites noch die Tilgungsverrechnung enthält.

Der effektive Jahreszinssatz wird auf der Basis einer nicht ganz einfachen Formel berechnet, und kann im Gegensatz zum Nominalzinssatz mitunter nicht so einfach „von Hand“ ausgerechnet werden. Dies gilt vor allem für bestimmte Methoden, da es verschiedene Methoden gibt, mit Hilfe derer sich der Jahreszinssatz berechnen lässt. Eine oftmals genutzte Berechnungsmethode ist die so genannte Uniform-Methode. Sinnvoll ist die Nutzung des Effektivzinssatzes zum Vergleich von Angeboten nur dann, wenn die Basis der Angebote auch identisch ist. Dazu gehört vor allen Dingen, dass der jeweilige Effektivzinssatz bei den verschiedenen Angeboten auf der gleichen Darlehenslaufzeit basiert. Ist dies nämlich nicht der Fall, sind die Ergebnisse ungenau. Ebenfalls sollten Kosten mit eingerechnet werden, die im Normalfall nicht Teil des Effektivzinses sind, wie zum Beispiel die Kosten für eine Restschuldversicherung, die man im Zusammenhang mit der Darlehensaufnahme abschließt.

Die bereits erwähnte Uniform-Methode ist übrigens ganz offiziell zum Zwecke von Überprüfungen auch vom Bundesgerichtshof anerkannt. Es handelt sich bei der Uniform-Methode um die einfachsten Methode, wie man den effektiven Jahreszinssatz berechnen kann. Diese Methode beinhaltet die folgende Formel: Zunächst werden die Gesamtkosten des Darlehens, also alle Gebühren, Zinsen und sonstige Kosten mit 2.400 multipliziert. Den Nenner in der Formel bildet das Ergebnis der Multiplikation des Nettokreditbetrages mit der Laufzeit des Kredites in Monaten addiert mit Eins. Die Division der beiden Ergebnisse ist dann der effektive Jahreszinssatz nach der Uniform-Methode. Was als Formel zunächst sehr abstrakt klingt, lässt sich gut verdeutlichen, wenn man die Formel einmal mit Beispielwerten „füllt“.

Im Beispiel sollen die Gesamtkosten des Darlehens bei 2.000 Euro liegen, der Nettokreditbetrag ist 15.000 Euro und die Laufzeit des Kredites beträgt 36 Monate. Würde man diese Werte nun in die zuvor erwähnte Formel zur Berechnung des effektiven Jahreszinssatzes nach der Uniform-Methode übertragen, so würde man als Ergebnis einen Effektivzinssatz von 9,97 Prozent erhalten. Wichtig ist vor allem bei dieser Berechnungsart, dass in die Gesamtkosten wirklich alle Kosten mit eingerechnet werden, die im Zusammenhang mit dem Kredit stehen. Denn werden Gebühren oder Spesen nicht mit eingerechnet, kann das letztendlich das Ergebnis deutlich verzerren. Der Nettokreditbetrag ist übrigens der Nominalwert des Darlehens abzüglich der Kreditkosten, demnach in den meisten Fällen die ausgezahlte Darlehenssumme abzüglich der zu zahlenden Zinsen und etwaigen Bearbeitungsgebühren.
 
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