Samstag, 24. Juli 2021

Rahmenkredit als günstigere Alternative zum Dispokredit

Viele Bankkunden nutzen nach wie vor die Möglichkeit, das Girokonto auch im Soll zu führen. In den meisten Fällen wurde dem Kunden zuvor eine Kreditlinie auf dem Konto eingeräumt, die auch unter der Bezeichnung Dispositionskredit bekannt ist. Für den Kunden hat der Dispokredit den Vorteil, dass er finanziell flexibel bleibt und auch kurzfristige Engpässe im Hinblick auf die eigene Liquidität überbrücken kann. So vorteilhaft der Dispositionskredit allerdings ist, preiswert ist der Dispokredit sicherlich nicht. Vielmehr ist es eher so, dass der Dispokredit der mit Abstand teuerste Kredit ist, den Privatkunden bei der Bank bekommen können.

Bis zu 13 Prozent Zinsen verlangen einige Banken auch in der aktuellen Niedrigzinsphase noch, wenn der Kunde sein Girokonto innerhalb der zugesagten Kreditlinie überziehen möchte. Dabei wäre es für sehr viele Kunden ohne Probleme möglich, auf deutlich günstigere Kreditarten auszuweichen. Meistens wird vor allem die Umschuldung in einen Ratenkredit empfohlen, wenn der Dispokredit dem Kunden zu teuer geworden ist oder einfach Geld eingespart werden soll. Neben dem Ratenkredit gibt es noch eine weitere Alternative zum Dispositionskredit, die noch nicht ganz so vielen Kunden bekannt ist, und zwar der Rahmenkredit. In gewissem Sinne ist der Rahmenkredit von seinen Eigenschaften her eine Mischung aus Dispokredit und Ratenkredit, wobei die zu zahlenden Zinsen in aller Regel deutlich niedriger als beim Dispositionskredit sind.

Vergleichbar ist der Rahmenkredit mit einem Abrufkredit, den man als Privatkunde ebenfalls bei einigen Banken nutzen kann. Der Rahmenkredit beinhaltet, dass der Kunde zunächst eine Kreditlinie zur Verfügung gestellt bekommt, wie es auch beim Dispositionskredit der Fall ist. Ob der Kunde diese Kreditlinie ausnutzt und in welchem Umfang, bleibt ihm selbst überlassen. Hier wird auch gleich der Unterschied zwischen Ratenkredit und Rahmenkredit deutlich, denn bei dem Ratenkredit ist es so, dass die zur Verfügung gestellte Kreditsumme auf jeden Fall auch zur Auszahlung kommen muss. Wenn der Kunde also einen Rahmenkredit über beispielsweise 5.000 Euro eingeräumt bekommen hat, kann er dieses Darlehen jederzeit in vollem Umfang oder auch nur in Teilen nutzen. Auch die Rückzahlung des Kredites ist flexibel, allerdings wird meistens eine bestimmte Mindestrückführung mit der Bank vereinbart.

So könnte eine solche Vereinbarung zum Beispiel dorthin gehend lauten, dass der Kunde mindestens fünf Prozent der Restschuld im Monat zurückzahlt. Abgesehen von der Rückzahlung kann der Kunde allerdings auch jederzeit wieder den zugesagten Rahmen ausschöpfen. Wer also zum Beispiel einen Rahmenkredit über 5.000 Euro erhalten hat, diesen Kredit auch ausgeschöpft und danach bereits wieder 1.000 Euro zurückgezahlt hat, hat einen aktuellen Restsaldo von 4.000 Euro. Daher könnte der Kunde jederzeit wieder weitere 1.000 Euro in Anspruch nehmen, weil erst dann der Rahmen von 5.000 Euro ausgeschöpft ist.
 
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