Montag, 20. September 2021

Kredit zur Nachfinanzierung aufnehmen

Kredite können heutzutage ganz unterschiedlichen Finanzierungsvorhaben dienen. Im privaten Bereich werden Darlehen zum Beispiel zur Finanzierung von Konsumwünschen oder auch zur Finanzierung eines Immobilienkaufs genutzt. Meistens weiß der Kreditnehmer vor der Aufnahme des Darlehens, welche Kreditsumme er insgesamt benötigen wird. Es gibt aber auch durchaus Situationen, in denen sich erst einige Zeit nach der Aufnahme des Darlehens zeigt, dass die genutzte Darlehenssumme nicht ausreichend ist.

In solchen Fällen wird dann oftmals eine sogenannte Nachfinanzierung notwendig. Eine Nachfinanzierung ist also im Grunde die Erhöhung eines Darlehensbetrages, den der Kreditnehmer zuvor bereits erhalten hat. Nachfinanzierungen sind vor allen Dingen im Bereich der Baufinanzierung durchaus üblich. Denn gerade wenn ein Haus gebaut wird, kommt es nicht selten vor, dass die anfallenden Kosten im Laufe der Zeit etwas höher werden, als zuvor kalkuliert worden ist. Wie eine Nachfinanzierung funktioniert und in welchen Fällen sie hilfreich sein kann, soll am folgenden Beispiel verdeutlicht werden. Familie Mustermax hat sich dafür entschieden, in Kürze ein Haus bauen zu lassen und den dafür benötigten Kredit bei ihrer Hausbank aufzunehmen.

Nach einer ausführlichen Kostenaufstellung und Absprache mit dem Bauunternehmen kommt Familie Mustermax zu dem Ergebnis, dass die Gesamtkosten für den Bau der Immobilie sich auf 250.000 Euro belaufen werden. Von diesen 250.000 Euro, in denen auch bereits alle kalkulierten Nebenkosten enthalten sind, kann Familie Mustermax 50.000 Euro als Eigenkapital aufbringen, sodass der benötigte Immobilienkredit insgesamt 200.000 Euro betragen muss. Nachdem das Darlehen genehmigt wurde und mit dem Bau begonnen wurde, stellt sich nach rund drei Monaten heraus, dass die Kosten für den Bau sich um etwa 15.000 Euro erhöhen werden. Aus diesem Grund braucht Familie Mustermax noch ein weiteres Darlehen über 15.000 Euro. Daher wendet sich die Familie an ihre Hausbank und beantragt einen weiteren Immobilienkredit über diesen Betrag.

Dieser Kredit wird demzufolge im Zuge einer Nachfinanzierung eingesetzt, wobei es sich ansonsten um ein „ganz normales“ Immobiliendarlehen handelt. Meistens sind solche Kredite, die zur Nachfinanzierung eingesetzt werden, allerdings dadurch gekennzeichnet, dass die Konditionen etwas schlechter als beim ersten Darlehen sind. Der Grund besteht darin, dass die Absicherung des Kredites in der Regel nicht mehr durch eine erstrangige Grundschuld möglich ist, wie es bei dem vorherigen Kredit der Fall gewesen ist. Daher steigt für die Bank das Risiko, sodass ein etwas höherer Zinssatz für das Nachfinanzierungsdarlehen angesetzt wird.
 
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