Dienstag, 12. November 2019

Welche Merkmale weist eine Investition in Nennwertaktien auf?

Wer als Anleger in Aktien investiert, der ist in erster Linie an zwei Dingen interessiert, nämlich an möglichen Kursgewinnen und an einer Dividende, die von der Aktiengesellschaft ausgeschüttet wird. Der Kurswert ergibt sich bei Aktien immer aus dem Angebot und der Nachfrage, die an den Wertpapierbörsen aufeinandertreffen. Die Aktie ist aber nicht nur ein Instrument, mit dem die Anleger einen Gewinn erzielen können, sondern rein rechtlich betrachtet verbrieft die Aktie dem Inhaber der Aktie, der auch als Aktionär bezeichnet wird, verschiedene Rechte.

Zu diesen Rechten zählt zum Beispiel, dass der Aktionär einmal im Jahr auf der Hauptversammlung teilnehmen und dort sein Stimmrecht ausüben kann. Zudem ist der Aktieninhaber mit einem bestimmten Kapitalbetrag an der Aktiengesellschaft beteiligt und somit ein Miteigentümer. Welchen Anteil diese Beteiligung hat, wird entweder nur durch die Anzahl seiner Aktien oder zudem auch durch den Nennwert der einzelnen Aktien bestimmt. In Deutschland gibt es zwei Aktienformen, wenn es darum geht, mit welchem Teil man am Grundkapital der Aktiengesellschaft beteiligt ist. Die eine Form sind die Stückaktien und die andere Aktienform wird als Nennwertaktie bezeichnet. Bei der Stückaktie ist es bezüglich des Anteilswertes so, dass alle von der AG ausgegebenen Aktien den gleichen Anteil am Grundkapital verbriefen.

Wer also zehn Stückaktien hat, ist mit zehn Anteilen beteiligt, wer 20 Aktien im Besitz hat, der ist mit 20 Anteilen am Grundkapital der AG beteiligt. Bei den Nennwertaktien kommt es hingegen darauf an, wie hoch der Nominalwert der Aktie ist. Aufgrund dieser Tatsache kann es möglich sein, dass der Aktionär A einen höheren Anteil am Grundkapital der AG hat, obwohl der Aktionär B mehr Aktien besitzt. Möglich ist das, wenn der Aktionär A zum Beispiel Aktien mit einem Nennwert von 50 Euro je Aktie hat, während der Aktionär B Nennwertaktien mit einem Nominalwert von jeweils nur fünf Euro hat. Meistens geben die Aktiengesellschaften zwar alle ihre Aktien mit dem gleichen Nennwert aus, aber prinzipiell ist es auch ohne Probleme möglich, Aktien mit verschiedenen Nennwerten zu emittieren.

Für den „Normalkunden“ ist der Nominalwert der Aktien im Prinzip uninteressant. Nur für solche Anleger, die wirklich aus Eigentumsinteresse Aktien erwerben, um in der Folge mitbestimmen zu können, hat der Nennwert der Aktie eine wichtige Bedeutung. Welchen Nominalwert die Aktiengesellschaft aber auch für ihre Aktien bestimmt: alle Aktien müssen vom Nennwert her in der Summe stets das gesamte Grundkapital der Aktiengesellschaft ergeben. Wenn das Grundkapital einer AG also beispielsweise 80 Millionen Euro beträgt, dann könnten zum Beispiel acht Millionen Aktien mit einem Nennwert von jeweils zehn Euro ausgegeben sein. Ebenso könnten aber auch 16 Millionen Aktien mit einem Nominalwert von jeweils fünf Euro emittiert worden sein.
 
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