Samstag, 16. Oktober 2021

Neuemissionen ermöglichen Kursgewinne bei Aktien

Die meisten Anleger, die in Aktien investieren, erwerben die Wertpapiere an einer der zahlreichen Börsen. Viele Aktienwerte können sowohl in Deutschland als auch im Ausland gehandelt werden. Selbstverständlich ist es an den Börsen möglich, die Wertpapiere nicht nur zu erwerben, sondern im Zuge des Handels können die Aktien auch jederzeit wieder verkauft werden. Die meisten Anleger erhoffen sich vom Handel mit Aktien Kursgewinne, die daraus resultieren, dass der Wert der Aktien im Laufe der Anlagedauer steigt. Es gibt allerdings noch eine zweite Möglichkeit, auf welche Art und Weise Aktien erworben werden können, nämlich im Zuge der sogenannten Neuemission.

Wie der Name bereits vermuten lässt, geht es bei einer derartigen Neuemission darum, dass eine Aktie erstmals an den Markt gebracht wird. Als Neuemission wird eine Phase bezeichnet, in der die jeweiligen Aktien noch nicht an der Börse notiert werden. Stattdessen wird ein Börsengang vorbereitet, der im Allgemeinen als Emission oder Neuemission bezeichnet wird. Das Besondere an einer derartigen Börseneinführung ist, dass die Anleger normalerweise bereits vor dem ersten Handelstag die Möglichkeit haben, die Aktien zu erwerben. In der Fachsprache wird in diesem Zusammenhang von einer Zeichnung gesprochen, die etwas weiter definiert als Bestellung bezeichnet werden kann. Innerhalb einer gewissen Zeichnungsfrist bietet die Aktiengesellschaft interessierten Anlegern auf diese Weise die Möglichkeit, die Aktien vor Börseneinführung zu ordern. Meistens war es in der Vergangenheit so, dass die Nachfrage größer als das vorhandene Angebot an Aktien war. In einer solchen Situation wird davon gesprochen, dass die Emission überzeichnet ist.

Die Folge einer derartigen Überzeichnung besteht darin, dass nicht alle Anleger, die gerne Aktien gehabt hätten, diese auch zugeteilt bekommen. Stattdessen gibt es verschiedene Verfahren, auf deren Basis festgelegt wird, welcher Anleger wie viele Aktien erhalten wird. Hat eine derartige Überzeichnung stattgefunden, resultiert daraus in der Praxis oftmals, dass der Kurs der Aktien am ersten Börsentag zum Teil deutlich ansteigt. Diese Situation ist es, auf die nahezu alle Kunden hoffen, die sich für die Zeichnung einer Aktie entschieden haben. Insbesondere gegen Ende des letzten Jahrhunderts, nämlich im Zuge des sogenannten „Neuen Marktes“, gab es an den deutschen Börsen zum Teil extreme Zeichnungsgewinne. Nicht selten hat sich der Wert der Aktien im Vergleich zum Zeichnungskurs am ersten Handelstag an der Börse mehr als verdoppelt. Auf diese Weise konnten zahlreiche Anleger hohe Zeichnungsgewinne erzielen, was allerdings in dem Umfang heute nur noch selten der Fall ist.
 
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