Dienstag, 23. Juli 2024

Null-Prozent Verbraucherdarlehen im Finanzierungsvergleich

Fast immer verlangen die Banken für die Vergabe eines Kredites vom Kreditnehmer natürlich auch Zinsen. Die Höhe der Zinsen, die von den diversen Kreditinstituten in Deutschland und weltweit veranschlagt werden, kann sich je nach Anbieter und Art des Kredites zum Teil erheblich unterscheiden. Nur ganz selten gibt es sogar Kreditangebote, die einen Zinssatz von null Prozent beinhalten. Richten sich diese Kredite an Privatpersonen, so werden die Darlehen mitunter auch als Null-Prozent-Verbraucherdarlehen bezeichnet. Solche Null-Prozent-Verbraucherdarlehen findet man selten bei normalen Banken, sondern vor allem hin und wieder bei Autohändlern bzw. den angeschlossenen Autobanken.

Manche Autobanken locken die Kunden des Autoherstellers nämlich mit einer solchen Finanzierung, damit sich der Kunde letztendlich für den Anbieter und keinen anderen Autohersteller entscheidet. Im Vergleich zu andern Finanzierungsformen sind die Null-Prozent-Verbraucherdarlehen natürlich unschlagbar, was den Zinssatz angeht. Dennoch sollte der Kunde auch in diesem Bereich etwas kritisch sein, denn der Zinssatz von null Prozent bedeutet keineswegs automatisch, dass auf den Kreditnehmer keinerlei Kosten zukommen können. Daher darf ein Null-Prozent-Verbraucherdarlehen niemals automatisch mit der Annahme verbunden werden, dass man den Kredit vollkommen kostenlos erhalten könnte. Es gibt im wesentlichen zwei Kostenfaktoren, die auch dann auftreten können, wenn ein Zinssatz von null Prozent veranschlagt wird. Der erste dieser zwei Kostenfaktoren sind die Bearbeitungsgebühren, die die Bank für die Vergabe des Darlehens und die weitere Kontoführung berechnet. Solche Bearbeitungsgebühren können durchaus zwischen ein und drei Prozent der Darlehenssumme betragen, sodass sich diese im Prinzip wie ein Zinssatz auswirken.

Der zweite Kostenfaktor, der auf den Kunden ebenfalls zukommen kann, ist der Beitrag zu einer Restkreditversicherung. Nicht wenige Kreditgeber, gerade auch im Automobilbereich, bieten ihren Kunden nämlich eine solche Restkreditversicherung an, damit eine Absicherung gegen bestimmte Risiken besteht. So würde die Versicherung zum Beispiel die Zahlung der offenen Raten dann übernehmen, falls der Versicherungsnehmer, also in dem Fall gleichzeitig auch der Darlehensnehmer, arbeitslos oder berufsunfähig werden sollte. Das Problem bei der Restkreditversicherung besteht jedoch darin, dass es sich um eine vergleichsweise teure Versicherung handelt. So kann der Beitrag durchaus schon einmal zwischen drei und acht Prozent der Darlehenssumme betragen. Auch in diesem Fall würde der Zinssatz von null Prozent nicht bedeuten, dass es sich um das insgesamt betrachtet beste Angebot handeln muss. Grundsätzlich sollten Verbraucher also misstrauisch sein, falls ein Null-Prozent-Verbraucherdarlehen angeboten wird. Zumindest die Konditionen und eventuellen Kosten sollten genau überprüft werden.
 
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