Montag, 20. Mai 2024

Optionsanleihe als verzinsliche Geldanlage

Gerade im Bereich der Rentenpapiere finden Kunden heutzutage eine extrem große Auswahl vor. Diese große Auswahl hat einerseits den Vorteil, dass es für nahezu jeden Kundentyp das passende Rentenpapier gibt. Es ist allerdings andererseits auch der Nachteil zu beachten, dass die Angebote dadurch mitunter etwas unübersichtlich werden, was unter anderem auch damit zu tun hat, dass sich die verschiedenen Anleihearten von ihrer Struktur her teilweise deutlich unterscheiden. Während die meisten Anleger sicherlich schon einmal von Staatsanleihen oder Bundeswertpapieren gehört haben, besteht bei manch anderen Anleihearten durchaus noch ein Informationsdefizit.

Denn neben den Staatsanleihen und Bundeswertpapieren werden noch zahlreiche weitere Anleihearten am Markt angeboten, wie zum Beispiel Währungsanleihen, Wandelanleihen oder auch Optionsanleihen. Bei der Optionsanleihe handelt es sich zum Beispiel um eine verzinsliche Geldanlage, die sich durch bestimmte Eigenschaften von den meisten anderen Rentenpapieren abheben kann. Gut geeignet sind Optionsanleihen in erster Linie für solche Anleger, die zwar vom Grundsatz her in ein festverzinsliches Wertpapier investieren möchten, sich darüber hinaus aber ebenfalls die Chance offenhalten möchten, am Aktienmarkt zu investieren. Über den Weg der Optionsanleihe ist dies deshalb möglich, weil das Rentenpapier meistens Optionsscheine beinhaltet, die in der Praxis ausgeübt werden können. Wie eine Optionsanleihe funktioniert und welche Inhalte es gibt, lässt sich relativ einfach verdeutlichen. Kauft der Anleger zum Beispiel eine Optionsanleihe im Nominalwert von 10.000 Euro, so ist es in vielen Fällen so, dass die Optionsanleihe zusätzlich Optionsscheine beinhaltet, die sich auf bestimmte Aktien beziehen.

Durch diese Optionsscheine erhält der Inhaber der Anleihe zum Beispiel die Möglichkeit, 20 Telekom Aktien zum Kurs von zehn Euro zu beziehen. Der Inhaber der Optionsanleihe muss die vorhandenen Optionsscheine nicht nutzen, sondern er hat lediglich das Recht dazu. Falls der Anleger von seinem Optionsrecht Gebrauch macht, erhält er für die anliegenden Optionsscheine die gewünschte bzw. festgelegte Anzahl von Aktien zu einem Festkurs. Die Anleihe als solche bleibt davon unberührt, sodass weiterhin eine Zinszahlung erfolgt und der Anleger selbstverständlich bei Fälligkeit des Rentenpapieres seinen gezahlten Nominalwert zurückerhält. Somit unterscheidet sich die Optionsanleihe deutlich von der Wandelanleihe, denn würde der Anleger hier den vorhandenen Nominalbetrag in Aktien umwandeln, wäre die Anleihe als solche anschließend hinfällig. Ob die Optionsanleihe ein interessantes Investment ist, hängt daher einerseits vom Zinssatz ab, aber andererseits auch vom Kurs, zu dem man die festgelegten Aktien erwerben kann.
 
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