Freitag, 30. Oktober 2020

Riester-Produkte und ihre Eigenschaften

Die Riester-Rente erfreut sich noch immer keiner allzu großen Beliebtheit - dabei ist die Kritik, bei einem vernünftigen Vertragsabschluss, in aller Regel unberechtigt. Denn Geld verlieren kann man mit Riester nicht, nur die Rendite fällt mal niedriger, mal höher aus. Wer im Vorfeld die Angebote vergleicht und vor allem nach Riester-Produkten Ausschau hält, die zu seiner persönlichen Situation passen, kann nichts falsch machen.

So ist ein Riester-Banksparplan zum Beispiel vor allem für Kunden ab einem Alter von 40 Jahren bzw. für zukünftige Immobilienkäufer interessant. Zwar ist die Rendite derzeit eher etwas niedrig, da sie sich an den Kapitalmarktzinsen orientiert, dafür jedoch ist der Banksparplan sehr flexibel, was einen Wechsel möglich macht, ohne dass der Sparer dabei draufzahlen muss. Auch die Planbarkeit ist relativ hoch, da der Auszahlbetrag ungefähr feststeht.

Bei einem Fondssparplan sieht es mit der Rendite ein wenig besser aus, da die Anleger von eventuellen Kursgewinnen der Börse profitieren können, dafür jedoch eignet er sich eher für jüngere Personen bis zu einem Alter von etwa Mitte 30. Die Fondskosten, die laufend anfallen, sollte man jedoch nicht unterschätzen, außerdem kann die Fondsauswahl durch den Anleger nicht beeinflusst werden. Der Ertrag ist bei einem Fondssparplan ungewiss.

Für Personen mit einem sicheren bzw. langfristigen Einkommen und einem Alter zwischen 30 und 50 Jahren ist eine Klassische Lebensversicherung interessant. Zwar ist jenseits der Mindestgarantie die Rendite ungewiss, da es sich um eine variable Überschussbeteiligung handelt, dafür jedoch ist bereits bei Vertragsabschluss der garantierte Teil der Rente bekannt, was die Planbarkeit für die Sparer erhöht.

Nur für Wenige ist eine Fondsgebundene Rentenversicherung geeignet, denn zusätzlich zu den hohen Kosten, die laufend anfallen, schmälert ein kostspieliger Versicherungsmantel eventuelle Renditechancen. Da das eingezahlte Kapital teilweise oder komplett in Investmentfonds gezahlt wird, ist die spätere Rentenhöhe bei Abschluss des Vertrages im Grunde komplett ungewiss.

Für Personen, die eine Immobilie später, aber nicht direkt, kaufen oder bauen möchten, gibt es das Riester-Bausparen. Zwar ist die Rendite eher gering, doch besteht die Option auf ein späteres, zinsgünstiges Darlehen zur Finanzierung des Eigenheims. Durch variable Raten ist die notwendige Flexibilität für den Sparer gegeben, gleichzeitig ist die Planbarkeit, durch die bei Vertragsabschluss bereits festgesetzten Zinsen des späteren Baudarlehens, hoch.

Wer allerdings direkt eine Immobilie kaufen bzw. bauen und diese auch selbst nutzen will, für den ist eher ein Riester-Baudarlehen von Interesse: das ist der Riester-Sparvertrag mit der höchsten sicheren Rendite. Die Zinszahlung kann jedoch nicht ausgesetzt und die Tilgungsrate maximal auf 1 % herabgesetzt werden, für Planungssicherheit sorgt vor allem die langfristige Zinsbindung.
 
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