Dienstag, 23. Juli 2024

Risiko und Rendite bei Eigenkapitalfonds bewerten

Bei einem Eigenkapitalfonds handelt es sich um eine besondere Form eines geschlossenen Fonds, welcher dadurch gekennzeichnet ist, dass er ausschließlich mit dem eingesammelten Kapital arbeiten und keine Darlehen aufnehmen darf. Wie bei jedem geschlossenen Fonds, so ist auch bei einem Eigenkapitalfonds die Möglichkeit der Zeichnung begrenzt, da keine weiteren Einlagen angenommen werden, sobald der Fonds die angestrebte Kapitalausstattung erreicht hat.

Für die Beteiligung an einem Eigenkapitalfonds ist grundsätzlich eine Mindesteinlage erforderlich; höhere Einlagen müssen sich in der Regel auf ein Vielfaches des Mindestbetrages belaufen. Die Entscheidung für den Kauf von Anteilen an einem Eigenkapitalfonds setzt natürlich voraus, den geforderten Mindestbetrag tatsächlich anlegen zu wollen. In den meisten Fällen ist dieser aber moderat gewählt. Von großer Bedeutung für die Auswahl eines Eigenkapitalfonds zur Geldanlage soll das Anlageziel des Fonds sein. Ein Eigenkapitalfonds kann grundsätzlich für jeden beliebigen Geschäftszweck aufgelegt werden, traditionelle Anlageziele für derartige Fonds sind Schiffsbeteiligungen und Immobilien. Seit einigen Jahren werden vermehrt Eigenkapitalfonds aufgelegt, deren Anlagestrategie in der Unterstützung junger Unternehmen besteht.

Die entsprechenden Fonds reagieren damit auf die zögerliche Kreditgewährung der meisten Geschäftsbanken, welche neuen Firmen sehr selten ein Darlehen zu angemessenen Konditionen gewähren. Mit der Bereitstellung von Risikokapital erhält der Anleger die Möglichkeit, einen hohen Gewinn zu erzielen, falls das Unternehmen sich sehr erfolgreich am Markt behauptet hatte. Zu berücksichtigen ist bei der Entscheidung für einen in unternehmerische Risiken investierenden Fonds jedoch, dass die geförderten Unternehmen sich nicht über einen Bankkredit finanzieren konnten und offensichtlich auch keine Bürgschaft seitens einer landeseigenen Bürgschaftsbank erhalten hatten. Aus diesem Grund ist auch das Risiko eines entsprechend investierenden Fonds sehr groß. Bei einem in Immobilien investierenden Eigenkapitalfonds richten sich Chancen und Risiken nach der Art der Immobilien sowie nach deren Lage. Der Anleger muss sich darüber informieren, wie die Lage auf dem Immobilienmarkt in den Orten ist, in welchen sich die vom Eigenkapitalfonds unterhaltenden Gebäude befinden, sich in den letzten Jahren entwickelt hat und welche Prognose für die Zukunft gilt.

Während einige Städte einen boomenden Immobilienmarkt aufweisen, fallen die Immobilienpreise in anderen Kommunen permanent. Von beiden Entwicklungen sind sowohl ostdeutsche als auch westdeutsche Städte betroffen. Der Verkaufsprospekt stellt die Grundlage für die Entscheidungsfindung hinsichtlich des Kaufes von Anteilen an einem Eigenkapitalfonds dar. Dieser sollte ausführlich und nicht erkennbar übermäßig beschönigend gestaltet sein. Die Entwicklung bereits unterhaltener Fonds einer Fondsgesellschaft kann für die Wahl eines Eigenkapitalfonds herangezogen werden. Wenn eine Gesellschaft den größten Teil ihrer Fonds mit großem Erfolg führt, ist es wahrscheinlich, dass auch der neue Eigenkapitalfonds ein gutes Ergebnis zeitigen wird. Eine Garantie dafür besteht jedoch nicht; es ist immer möglich, dass ausgerechnet der gewählte Eigenkapitalfonds als einziger der Gesellschaft scheitert.
 
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