Dienstag, 23. Juli 2024

Festpreisgeschäft als Gebührenmodell beim Wertpapierhandel

Im Wertpapierbereich hat sich in den vergangenen Jahren Einiges bewegt, wenn es um die Gebühren geht. Viele Banken und besonders die Online Broker bieten heute ein kostenloses Depot an, und auch was die Gebühren für eine Wertpapierorder betrifft, sind diese in den letzten Jahren teilweise deutlich gesunken.

Zum Teil kostet eine Order heute je nach Anbieter für den Kunden nur noch fünf oder sechs Euro. In diese Entwicklung reiht sich auch eine relativ neue Form der Gebührenstruktur beim Handel mit Aktien und sonstigen Wertpapieren ein, nämlich das so bezeichnete Festpreisgeschäft. Das Festpreisgeschäft als Gebührenmodell beinhaltet, dass der Kunde pro Order einen festen Preis zahlt, und er nicht mehr mit einzelnen zusammengerechneten Gebühren belastet wird, wie es bislang bei den Ordergebühren der Fall war. Denn die Ordergebühren selbst setzen sich aus vier bis fünf unterschiedlichen Kostenfaktoren zusammen, wie zum Beispiel die Börsengebühren, die Maklercourtage oder die Provision für die Bank bzw. den Broker.

Neu an dem Festpreisgeschäft ist auch, dass die Höhe der Gebühren nun nicht mehr davon abhängig ist, welchen Gegenwert der Aktienkauf bzw. der Verkauf der Aktien hatte. Denn bei den meisten bisherigen Gebührenmodellen ist es so, dass der Kunde eine Gebühr zahlt, die sich prozentual am Gegenwert der Wertpapierorder orientiert. Das liegt vor allem daran, weil auch die Börsengebühren und die Maklercourtage stets eine prozentuale Basis bilden. Meistens werden heute Festpreisgeschäfte allerdings dann angeboten, wenn die Aktien oder sonstigen Wertpapiere nicht über den Weg der Börse gehandelt werden, sondern wenn ein direkter Handel zwischen zwei Banken, einer Bank und einem Broker, oder zwischen zwei Brokern erfolgt. Man spricht dann auch von einem außerbörslichen Handel oder von einem Direktgeschäft. Für den Kunden hat diese Form der Geschäftsabwicklung keinerlei Nachteile, denn ob die Aktien nun an der Börse oder von einer anderen Bank gekauft werden, stellt für den Anleger keinen Unterschied dar.

Prinzipiell sind die Festpreisgeschäfte für den Wertpapierkunden sogar vorteilhaft, denn er weiß sofort bei der Aufgabe der Order, was auf ihn an Gebühren zukommen wird. Auch wenn die Ordergebühren beim Festpreisgeschäft nicht vom Handelsgegenwert an sich abhängig sind, so staffeln manche Anbieter dennoch die Höhe des Festpreises nach dem Ordervolumen, sodass es verschiedene Festpreise gibt. Zudem werden mit manchen, meistens mit besonders „guten“ Kunden, auch noch individuelle Festpreise vereinbart. Diese basieren dann nicht selten auf einem besonders hohen Order-Volumen des Kunden oder darauf, dass der Kunde im Monat/Jahr sehr viele Orders aufgibt, ein so genannter Heavy-Trader.
 
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