Dienstag, 23. Juli 2024

Renditeaussichten bei Fremdwährungsanleihen im Vergleich

Als Fremdwährungsanleihen wird jede Anleihe bezeichnet, welche nicht in der Währung des Landes notiert, in welchem der Erwerber lebt. Dabei ist es unerheblich, ob die entsprechende Anlage von einem inländischen oder einem ausländischen Emittenten angeboten wird. Vor der Einführung des Euro als Gemeinschaftswährung war einer der wichtigsten Gründe für die Ausgabe von Fremdwährungsanleihen, dass der Emittent dieselbe Anleihe in unterschiedlichen Ländern verkaufen wollte.

Dieses Motiv zur Ausgabe einer Fremdwährungsanleihe ist stark in den Hintergrund getreten, da der Euro in vielen Ländern als Zahlungsmittel gilt und folglich eine Anleihe in dieser Währung ebenfalls in unterschiedlichen Staaten verkauft werden kann. Besonders für große und international tätige Firmen kann die Ausgabe einer Fremdwährungsanleihe in US-Dollar weiterhin sinnvoll sein. Als wichtigster Grund für die Ausgabe einer Fremdwährungsanleihe erscheint aber heute die starke Nachfrage nach diesem Produkt. Da nicht wenige Anleger das Glücksspiel-Element bewusst in ihre Anlagestrategie aufnehmen wollen, schätzen sie mit Unwägbarkeiten behaftete Produkte wie die Fremdwährungsanleihe sehr. Hinzu kommt eine mitunter aggressive Vermarktung der speziellen Anleihen wodurch viele Kunden angesprochen werden. Mit einer Anleihe leihen sich Banken ebenso wie Firmen und Regierungen Geld bei privaten Anlegern.

Sie bieten einen festen Zinssatz und eine genau definierte Laufzeit an; der Anleger hat aber die Möglichkeit zum Verkauf seiner Geldanlage. Anleihen gelten als relativ sichere Formen der Geldanlage, sofern sie von solventen Unternehmen oder der öffentlichen Hand ausgegeben werden. Eine Fremdwährungsanleihe bietet neben der festgelegten Verzinsung die Möglichkeit, durch einen Kursgewinn zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Diesen möglichen Zusatzeinnahmen steht natürlich das Verlustrisiko gegenüber. Dieses ist umso höher, je schwächer die gewählte Währung ist. Der Anleger muss beachten, dass die wirtschaftliche Entwicklung bei längeren Laufzeiten der Fremdwährungsanleihen kaum vorausgesagt werden kann. Die Wirtschaftskraft eines Landes hat entscheidenden Anteil am Kurs seiner Währung. Wer sich für die Anleihe eines wirtschaftlich angeschlagenen Landes entscheidet, trägt somit ein besonders hohes Verlustrisiko.

Fremdwährungsanleihen bieten zwar gegenüber Euroanleihen erhöhte Zinssätze, diese lassen sich aber als Risiko-Zuschlag für das zusätzliche Kursrisiko verstehen. Fremdwährungsanleihen können nur Sparern empfohlen werden, welche bewusst das Risiko der Währungsschwankung eingehen möchten. Auch sie sollten aber keinen übermäßig großen Anteil ihres Sparguthabens in Fremdwährungsanleihen anlegen. Nicht zuletzt ist vor der Zeichnung einer jeden Fremdwährungsanleihe der Verkaufsprospekt gründlich zu lesen. Zu empfehlen ist auch ein protokolliertes Beratungsgespräch, in welchem der Bankberater ausdrücklich um seine Einschätzung des Währungsrisikos gebeten wird. Bei Fremdwährungsanleihen kommen sehr selten einige Spezialformen vor, bei welchen die Kaufwährung nicht identisch mit der Rückgabewährung vereinbart wird. Ebenso lässt sich vereinbaren, dass die Zinsen in einer anderen Währung bezahlt werden.
 
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