Montag, 20. September 2021

Vorteile und Nachteile eines Devisenkredites bewerten

Während sich die meisten Verbraucher bei Kapitalbedarf an ihre Bank wenden, um dort dann einen Ratenkredit oder auch einen Immobilienkredit aufzunehmen, gibt es durchaus auch einige Kreditsuchende, die nach etwas spezielleren Darlehen Ausschau halten. Zu diesen spezielleren Krediten zählt unter anderem der Devisenkredit, der oftmals auch als Fremdwährungsdarlehen bezeichnet wird.

Auch wenn diese Devisenkredite vergleichsweise selten genutzt werden und sicherlich auch bei vielen Verbrauchern gar nicht bekannt sind, so kann der Kreditnehmer mitunter dennoch von verschiedenen Vorteilen profitieren, die ein solcher Kredit mit sich bringen kann. Es gibt im Wesentlichen zwei Vorteile, die den Devisenkredit nicht selten von solchen Darlehen hervorheben können, die man als Kunde von einer Bank in Deutschland bekommen kann. Der erste Vorteil ist im Bereich der Zinskonditionen zu finden. Zwar weisen Devisenkredite natürlich keineswegs automatisch bessere Zinskonditionen als Darlehen in Euro auf, aber dennoch kann es sein, dass die Kreditzinsen in einem Nicht-Euro Land niedriger als im Euroraum sind. Bezüglich des allgemeinen Zinsniveaus kann man sich am jeweiligen Leitzinssatz des Landes bzw. des Wirtschaftsraumes orientieren.

Innerhalb der Europäischen Union ist der EZB-Leitzinssatz der „Maßstab“, an dem sich letztendlich auch die Kreditzinsen orientieren. Wenn nun dieser Leitzinssatz zum Beispiel in den USA oder in Australien niedriger als in der Eurozone ist, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass man einen Devisenkredit in den USA bzw. in Australien zu einem günstigeren Zinssatz bekommen kann, als es bei einem vergleichbaren Kredit in Deutschland der Fall wäre. Meistens werden die Devisenkredite übrigens in eine Immobilienfinanzierung eingebunden und es handelt sich um endfällige Darlehen. Die eventuell geringeren Kreditzinsen sind aber nur ein möglicher Vorteil der Devisenkredite. Der zweite mögliche Vorteil - man muss an dieser Stelle stets von „möglich“ sprechen, weil der Vorteil nicht immer eintritt - sind eventuell zu erzielende Währungsgewinne.

Solche Währungsgewinne können bei einem Devisenkredit entstehen, wenn sich der Wert der Fremdwährung, in welcher das Darlehen sowohl aufgenommen als auch zurückgezahlt wird, während dieses Zeitraumes (Auszahlung bis zur vollständigen Tilgung) verringert. In diesem Fall wäre es dann so, dass der Kreditnehmer (in Euro umgerechnet) einen geringeren Darlehensbetrag zurückzahlen muss, als er zuvor von der jeweiligen Bank bekommen hat. Dieser mögliche Vorteil kann jedoch genauso gut ein Nachteil sein, falls der Wert der Fremdwährung nämlich im Laufe der Zeit steigt. Denn in solch einem Fall würden dem Kreditnehmer Währungsverluste entstehen.
 
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