Freitag, 15. Dezember 2017

Vorteile und Nachteile für Anleger bei Tafelgeschäften

Es gibt zahlreiche Anleger, die sich für ein Investment in Wertpapiere entschieden haben. Die Anzahl dieser Kunden hat sich in der jüngeren Vergangenheit sicherlich auch aus dem Grund deutlich erhöht, dass verzinsliche Anlageformen wie Spareinlagen oder Festgelder in den vergangenen zwei Jahren eine schlechte Verzinsung aufweisen. An der Börse ist es hingegen so, dass die Aktienkurse schon seit einiger Zeit deutlich einsteigen, sodass Aktionäre und andere Inhaber von Wertpapieren teilweise sehr gute Gewinne erzielen können. Wer sich grundsätzlich für ein Investment in Wertpapiere entscheidet, der öffnet in aller Regel zunächst ein Wertpapierdepot, was sowohl bei einer Bank als auch bei einem Broker geschehen kann.

Die sogenannte Girosammelverwahrung ist heutzutage die übliche Verwahrungsform, wenn es um die vom Kunden erworbenen Wertpapiere geht. Bei einem Wertpapierdepot handelt es sich um eine Art virtuelles Bestandskonto, denn die Wertpapiere werden den Kunden nicht in physischer Form ausgeliefert, sondern als Bestandsposition im Depot verbucht. Mehr als 95 Prozent aller vom Kunden erworbenen Wertpapiere werden auf diese Weise verbucht, sodass die Werte in Papierform nur noch selten vorhanden sind. Dennoch gibt es einige Anleger, die ihre Wertpapiere gerne in den Händen halten möchten und die Auslieferung effektiver Stücke veranlassen. Gemeint sind damit Aktien, Anleihen und sonstige Wertpapiere, die tatsächlich in Form einer Urkunde vorhanden sind. Werden solche Wertpapiere bei der Bank erworben, so wird in dem Zusammenhang auch von einem Tafelgeschäft gesprochen. Mit der Bezeichnung Tafelgeschäft ist demnach in erster Linie gemeint, dass Wertpapiere in physischer Form entweder von der Bank erworben oder wieder an die Bank verkauft werden. Bevor sich Anleger allerdings für ein solches Tafelgeschäft entscheiden, sollten die Vor- und Nachteile bekannt sein. Es ist sicherlich kein Zufall, dass es in der heutigen Zeit kaum noch Tafelgeschäfte gibt.

Die effektive Auslieferung von Wertpapieren hat nämlich deutlich mehr Nachteile als Vorteile, sodass immer mehr Anleger die virtuelle Verbuchung von Wertpapierbeständen bevorzugen. Ein gravierender Nachteil sind sicherlich die zusätzlichen Kosten, die bei jeder effektiven Auslieferung von Wertpapieren entstehen. Je nach Gegenwert und Art des Wertpapiers verlangen die Banken nicht selten 30 oder mehr Euro für ein einzelnes Wertpapier. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Verbuchung von Erträgen, wie zum Beispiel Zinsen, nicht automatisch vorgenommen wird. Wer beispielsweise Anleihen im Wertpapierdepot verbucht hat, der kann sich darauf verlassen, dass die Zinsen jährlich gutgeschrieben werden. Bei Tafelgeschäften und effektiven Stücken ist es hingegen so, dass sich der Anleger selbst darum kümmern muss, die dem Wertpapier anhängigen Zinsscheine rechtzeitig einzulösen. Der Aufwand ist hier also durchaus erheblich. Der einzige Vorteil der Tafelgeschäfte ist im Prinzip, dass der Anleger seine Wertpapiere in physischer Form vorliegen hat und sich die Aktie oder Anleihe beispielsweise zu Hause an die Wand hängen kann.
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