Montag, 20. Mai 2024

Beispiel der Kurspflege von Aktiengesellschaften

Zahlreiche Anleger interessieren sich für den Handel an der Börse oder sind bereits seit Jahren in diesem Segment aktiv. Wer sich für ein Investment in Aktien entscheidet, der sollte zumindest grundlegende Kenntnisse darüber haben, wie die Börsen und der Handel mit Wertpapieren im Detail funktionieren. Da es sich beim Aktienmarkt um eine Art Marktplatz handelt, bestimmen vor allen Dingen Angebot und Nachfrage die Entwicklung der jeweiligen Aktienkurse. Darüber hinaus gibt es aber noch zahlreiche andere Faktoren, die ebenfalls zur Entwicklung der jeweiligen Aktienkurse beitragen können. Zu nennen sind hier beispielsweise politische, wirtschaftliche oder branchenspezifische Faktoren, die sich auf den Kurs des einzelnen Wertpapiers positiv oder negativ auswirken können.

Selbstverständlich ist vor allem die Aktiengesellschaft selbst daran interessiert, dass sich der Kurs der eigenen Wertpapiere möglichst positiv entwickelt. Zu diesem Zweck betreiben nicht wenige Unternehmen eine sogenannte Kurspflege. Viele Aktiengesellschaften nutzen heutzutage die Möglichkeit, Kurspflege in die Praxis umzusetzen. Dies gilt insbesondere für die großen Aktiengesellschaften, wie zum Beispiel für die 30 DAX-Werte. Aber auch zahlreiche Nebenwerte sind mittlerweile dazu übergegangen, Kurspflege zu betreiben. Doch was beinhaltet dieser Begriff eigentlich und welche Vorteile verspricht sich die Aktiengesellschaft, wenn solche Maßnahmen ergriffen werden? Unter Kurspflege wird im Allgemeinen verstanden, dass die Aktiengesellschaft den Kurs der eigenen Aktien stützt, falls dieser zu sinken droht oder in der jüngeren Vergangenheit bereits gesunken ist. Das Stützen des Aktienkurses geschieht dadurch, dass die Gesellschaft eigene Aktien an der Börse kauft. Durch die erhöhte Nachfrage kommt es in der Regel dazu, dass die Kurse wieder ansteigen.

Dies ist ein ganz normaler Vorgang, denn sind weniger Aktien am Markt vorhanden, so steigt natürlich der Wert des einzelnen Papiers. Von der Kurspflege machen die Unternehmen insbesondere dann Gebrauch, wenn es kurz zuvor negative Nachrichten gegeben hat. Durch den Kauf der eigenen Aktien möchte die Gesellschaft beispielsweise dokumentieren, dass sie fest von den positiven Eigenschaften und Qualitäten des Unternehmens überzeugt ist. Allerdings betreiben mit Abstand nicht alle Aktiengesellschaften eine solche Kurspflege öffentlich, sondern vielfach wird der Kauf der eigenen Aktien nicht an die große Glocke gehängt. Darüber hinaus ist es durchaus üblich, dass über Tochtergesellschaften oder sonstige Aktionäre Kurspflege betrieben wird, indem die Aktienpakete nach und nach erworben werden. Letztendlich wirkt sich die Kurspflege häufig insofern positiv aus, als dass es keine größeren Kursverluste gibt und die Anleger daher nach wie vor am Kauf der Wertpapiere interessiert sind. Zudem können mitunter sogar Panikverkäufe verhindert werden, wenn sich der Aktienkurs auf einem relativ stabilen Niveau bewegt.
 
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