Freitag, 19. Oktober 2018

Chancen und Risiken bei Leerverkäufen sowie Derivaten

Manche Anleger sind nicht auf der Suche nach einer möglichst sicheren Geldanlage, sondern möchten nur solche Anlageformen nutzen, die einen möglichst hohen Gewinn versprechen. Da dies mit Tagesgeldern oder Termineinlagen nicht zu erreichen ist und den meisten spekulativ eingestellten Anlegern auch Fonds zu geringe Erträge versprechen, fällt die Wahl sehr oft auf den Handel mit Derivaten oder Devisen. Darüber hinaus nutzen spekulativ eingestellte Anleger auch die Möglichkeit, durch Leerverkäufe einen Gewinn zu erzielen. Sowohl beim Handel mit Derivaten als auch bei den Leerverkäufen gibt es die Chance auf vergleichsweise hohe Gewinne, aber genauso groß sind auch die Risiken, die mit dem Investment verbunden sind.

Daher sollten sich die Anleger erst über Chancen und Risiken informieren, bevor sie sich dafür entscheiden, mit Derivaten zu spekulieren oder Leerverkäufe zu tätigen. Die Chancen beim Handel mit Devisen, also beim Handel mit Optionsscheinen, Futures, Optionen und anderen Derivaten, bestehen in erster Linie darin, dass durch eine Kursbewegung des jeweiligen Basiswertes in kurzer Zeit ein vergleichsweise hoher Gewinn erzielt werden kann. Viele Derivate sind mit einem sogenannten Hebel ausgestattet, sodass sich der Gewinn potenziert. Steigt der Kurs des Basiswertes zum Beispiel um zwei Prozent, so kommt es nicht selten vor, dass der Preis des Derivates um das Vielfache steigt, also zum Beispiel um zehn Prozent. Auf diese Weise kann mit wenig Kapitaleinsatz in kurzer Zeit ein hoher Gewinn erwirtschaftet werden. Das große Risiko besteht beim Handel mit Derivaten natürlich darin, dass sich der Kurs des Basiswertes genau in die „falsche“ Richtung entwickelt. In diesem Fall drohen dem Anleger höhere Verluste, die bis zu einem Totalverlust reichen können.

Hinzu kommt noch der Zeitfaktor als zusätzliches Risiko, da die Derivate stets eine begrenzte Laufzeit haben. Auch bei den Leerverkäufen stehen sich Chancen auf höhere Gewinne und die Verlustrisiken gegenüber. Die möglichen Gewinne sind bei den Leerverkäufen allerdings nicht ganz so hoch, wie es bei den Derivaten der Fall ist, weil es keinen Hebel gibt. Der Anleger profitiert also im Verhältnis 1:1 von den Kursbewegungen der leerverkauften Aktien. Auf der anderen Seite ist auch das Risiko nicht ganz so hoch wie bei den Derivaten, auch wenn die Leerverkäufe dennoch eindeutig in den Bereich der spekulativen Anlageformen fallen. Zwar ist ein Totalverlust vergleichsweise unwahrscheinlich, aber auch bei den Leerverkäufen ist der Faktor Zeit ein zusätzliches Risiko. Denn der Anleger muss sich innerhalb einer Frist wieder mit den leerverkauften Aktien eindecken, und falls das vom Kurs her ein ungünstiger Zeitpunkt ist, kann dies zu hohen Verlusten führen.
 
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