Sonntag, 19. August 2018

Riskanter Handel mit Aktien als Leerverkauf

Viele Millionen Anleger investieren ihr Kapital auch hierzulande zu einem größeren Teil in Aktien. Die Erträge können bei Aktien zum einen aus den ausgeschütteten Dividenden und zum anderen aus Kursgewinnen bestehen, die der Anleger durch Kauf und Verkauf der Aktien erzielen kann. Grundsätzlich gilt der Handel mit Aktien zwar als spekulativ, aber wenn man sich für Standardwerte, also zum Beispiel für die Aktien der DAX-Unternehmen entscheidet, und darüber hinaus auch noch einen relativ langfristigen Anlagehorizont hat, dann verliert das Investment ein großes Stück an Risiko.

Denn selbst wenn die Kurse der Aktien über einen gewissen Zeitraum hinweg fallen sollten, ist bei langfristiger Anlage meistens genügend Zeit für die Kurse, sich wieder zu erholen. Die weitaus meisten Anleger, die sich für den Kauf von Aktien entschieden haben, hoffen natürlich auf steigende Aktienkurse. Denn wenn der Aktienkurs im Vergleich zu dem Kurs, zu dem man die Aktien zuvor gekauft hat, gestiegen ist, können Kursgewinne erzielt werden. Es gibt aber auch für solche Anleger die Chance, mit dem Investment in Aktien Geld zu verdienen, die eher auf fallende Aktienkurse spekulieren möchten. Und zwar ist es auf direktem Wege und nicht nur über Derivate möglich, von fallenden Aktienkursen zu profitieren, und zwar durch die sogenannten Leerverkäufe.

Allerdings muss in diesem Zusammenhang direkt erwähnt werden, dass der Handel mit Aktien in Form von Leerverkäufen deutlich riskanter ist, als der „normale“ Kauf von Aktien. Doch was beinhaltet ein Leerverkauf für ein Risiko und wie funktioniert dieses Aktiengeschäft überhaupt? Zunächst einmal funktioniert ein Leerverkauf so, dass der Kunde eine bestimmte Anzahl von Aktien verkauft, die sich jedoch gar nicht in seinem Besitz befinden. Der Anleger veräußert also Aktien an der Börse, die er zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht im Depot hat. Da der Käufer diese gekauften Aktien aber natürlich „irgendwann“ haben möchte, muss sich der Leerverkäufer bis zu einem bestimmten Zeitpunkt spätestens mit den Aktien eingedeckt haben, damit diese geliefert werden können. Eindecken bedeutet, dass er sich die Aktien entweder leihen oder kaufen muss.

Grundsätzlich spekuliert man bei einem Leerverkauf natürlich immer auf fallende Aktienkurse, denn dann könnte man die Aktien später zu einem günstigeren Preis kaufen, als man sie zuvor leerverkauft hat. Das große Risiko besteht beim Handel mit Leerverkäufen zunächst darin, dass der Kurs der Aktien nicht fällt, sondern steigt. In dem Fall muss der Kunde nämlich die Aktien später zu einem höheren Preis kaufen, als er zuvor für den Leerverkauf erhalten hat. Hinzu kommt noch, dass der Anleger nicht „ewig“ warten kann, bis die Aktienkurse vielleicht doch fallen, denn die Eindeckung muss meistens innerhalb von einigen Tagen oder wenigen Wochen erfolgen.
 
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