Freitag, 15. Dezember 2017

Jahreszinssätze bei Anleihen im Renditevergleich

In den meisten Fällen steht die zu erzielende Rendite im Vordergrund, wenn man sich für ein bestimmtes Finanzprodukt als Geldanlage entscheidet. Beim Investment in Anleihen sucht man sich demnach die Anleihe entweder nach der Sicherheit aus oder aber danach, welchen Zinssatz man für das Investment erhält. Die meisten Anleihen sind so strukturiert, dass jährlich ein festgelegter Zinssatz gezahlt wird. Nur wenige Rentenpapiere sind mit einem variablen Zinssatz ausgestattet. Der Jahreszinssatz bei Anleihen ist dabei so unterschiedlich wie die Anleihen in ihrer Vielfalt selber.

Gemeinsam haben die Anleihen im Grunde nur, dass die Zinsen einmal jährlich an den Anleger und Inhaber der Anleihe ausgeschüttet werden. Was aber den Zeitpunkt und vor allen Dingen die Höhe des Jahreszinssatzes betrifft, so gibt es hier sehr große Unterschiede zwischen den verschiedenen Rentenpapieren. Bezüglich des Termins der Zinszahlung kann man in der Regel zwei Varianten unterscheiden. So zahlen einige Anleihen die jährlichen Zinsen stets zum 31.12 des Jahres und bei anderen Anleihen werden die Zinsen am Jahrestag der Emission der Anleihe fällig. Verkauft man eine Anleihe beispielsweise während einer Zinsperiode, dann fallen so genannte Stückzinsen an. Diese sind entweder vom Käufer an den Verkäufer der Anleihe zu zahlen oder umgekehrt, was sich nach dem Zinstermin richtet.

Werden die Zinsen für eine Anleihe zum Beispiel am 1. April eines jeden Jahres gezahlt und findet am 1. Mai ein Verkauf statt, dann bekommt der Käufer zwar am 1. April des nächsten Jahres die Zinsen ausgezahlt, diese stehen im aber nicht für das gesamte Jahr zu, sondern nur für den Zeitraum vom 1. Mai bis zum 1. April zu, also für 11 Monate. Somit müsste der Käufer in diesem Fall die anteiligen Jahreszinsen für einen Monat an den Verkäufer zahlen. Die Höhe des Jahreszinssatzes bei Anleihen richtet sich nach mehreren Faktoren. Der Hauptfaktor ist sicherlich das Zinsniveau, dass aktuell bei Ausgabe der Anleihe im Land des Emittenten vorherrscht. Nimmt man die aktuelle Situation (April 2010) in Europa als Beispiel, in welcher die Leitzinsen auf einem Rekordtief sind, werden die Anleihen von Emittenten aus der EU einen sehr geringen Jahreszinssatz beinhalten. Auch die Bonität und die „Dringlichkeit“ des Kapitalbedarfs haben einen größeren Einfluss auf die Höhe des Jahreszinssatzes, welchen der Emittent für die Anleihe zahlen kann.

Warum ist das so? Eine Anleihe wird immer zum Zwecke der Beschaffung von neuem Kapital vom Emittenten ausgegeben. Wenn der Emittent nun sehr dringend Kapital von den Anlegern benötigt, muss er die Anleihe natürlich attraktiv gestalten, damit auch viele Anleger die Anleihe kaufen. Eine hohe Attraktivität erreicht man vor allem mit hohen Zinsen, sodass in dem Fall der Jahreszinssatz über dem „Durchschnitt“ vergleichbarer Anleihen liegen wird. Nach dem gleichen Prinzip verfährt auch ein Emittent, der eine relativ schlechte Bonität. Damit Anleger trotz des höheren Risikos dennoch die Anleihe kaufen, muss dieses Risiko durch einen relativ hohen Jahreszinssatz „ausgeglichen“ werden. Daher gilt meistens die Faustformel, je höher der Jahreszinssatz bei einer Anleihe ist, desto weniger Sicherheit beinhaltet diese Anleihe.
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