Freitag, 15. Dezember 2017

Folgen der Spekulationen mit Nahrungsmitteln

Heutzutage hat es den Anschein, dass manche Spekulanten mit den angebotenen Produkten nicht zufrieden sind, sondern nach immer neuen Spekulationsmöglichkeiten suchen. Dabei haben Kunden heute schon die Möglichkeit, mit ihrem Kapital auf fremde Währungen, Rohstoffe, Aktien oder Indizes zu spekulieren. Gerade der Handel mit Rohstoffen hat in den letzten zwei Jahren erheblich zugenommen. Schon viele Jahre sind es keineswegs mehr nur die Banken oder größere Unternehmen, die mit Rohstoffen spekulieren, sondern auch der „ganz normale“ Kleinanleger ist inzwischen in diesem Segment des Handels aktiv.

Während die Spekulation auf Rohstoffe wie Gold, Silber oder auch Öl noch vergleichsweise unbedenklich ist, sehen nicht wenige Kritiker den Handel mit einer gewissen Art der Rohstoffe mittlerweile als extrem gefährlich an, nämlich die Spekulation auf Nahrungsmittelpreise. Schon seit geraumer Zeit haben Kunden nämlich über Optionen oder andere Derivate die Möglichkeit, auch auf Nahrungsmittel wie Weizen, Mais oder Kaffee zu spekulieren. Es geht hier also vorwiegend um einige Grundnahrungsmittel, die bekanntlich leider nicht überall auf der Welt in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen. Meistens wird dabei auf steigende Nahrungsmittelpreise spekuliert, zum Beispiel auf steigende Weizenpreise. Der Spekulant möchte natürlich einen Gewinn erzielen, kauft also einen Kontrakt mit der Basis Weizen und hofft nun, dass die Weizenpreise ansteigen werden.

Schon alleine durch den Kauf des Spekulanten steigt der Preis jedoch bereits etwas an, und wenn viele Spekulanten auf steigende Preise wetten, steigen die Preise alleine durch diese Spekulation bereits an. Das große Problem an den steigenden Preisen für diese Grundnahrungsmittel ist, dass es sich dabei um keine abstrakten oder virtuellen Preise handelt, sondern um echte Marktpreise. Eine Spekulation auf steigende Weizenpreise kann also dazu führen, dass die Käufer von Weizen in der Realität mehr Geld für eine Tonne Weizen zahlen müssen. Daher ist es eine traurige Folge der Spekulationen mit Nahrungsmitteln, dass gerade die ärmeren Länder, in denen ohnehin schon Knappheit an Grundnahrungsmitteln herrscht, sich die Preise immer weniger leisten können.

Etwas überspitzt ausgedrückt ist es so, dass durch die Spekulation auf Nahrungsmittel tatsächlich Menschen sterben, weil sie kein Geld mehr zum Kauf der Grundnahrungsmittel haben, und zwar aufgrund der durch Spekulationen gestiegenen Preise. Dabei geht es in der Praxis keineswegs um leichte Preiserhöhungen von wenigen Prozent. Nimmt man die Preise für Weizen als Beispiel, so sind diese in den letzten zwei Jahren teilweise um mehr als 50 Prozent gestiegen. Aufgrund dieser beschriebenen Folgen sollte sich jeder Spekulant genau überlegen, ob er diese Auswirkungen der Spekulation auf Nahrungsmittelpreise mit seinem Gewissen vereinbaren kann.
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