Samstag, 24. Juli 2021

Investitionen in Emerging Markets in der Risikobewertung

Wer sein Geld in den sogenannten Emerging Markets investiert, sollte sich von vornherein darüber klar sein, dass das Risiko in diesen Märkten deutlich höher als in den großen Industrienationen ist. Unter dem Begriff Emerging Markets werden ganz verschiedene Länder zusammengefasst, die einige wichtige Gemeinsamkeiten aufweisen. So ist das Einkommen pro Kopf im Durchschnitt relativ gering, gleichzeitig weist die Wirtschaft jedoch hohe Wachstumsraten auf und die Mittelschicht wächst, wodurch viele Branchen potenzielle Konsumenten gewinnen.

Die bekanntesten Beispiele für Emerging Markets sind die unter der Abkürzung BRICS zusammengefassten Nationen: Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Darüber hinaus gibt es noch weitere Regionen, in denen Emerging Markets liegen, vor allem Südostasien, Südamerika und Osteuropa. Sowohl politisch als auch wirtschaftlich gibt es große Unterschiede zwischen den genannten Ländern, selbst innerhalb einer Region kann es ganz verschiedene Systeme geben. Wer in Emerging Markets investieren will, sollte also ein gutes Verständnis der Situation vor Ort haben. Ohne ein derartiges Fachwissen ist es leicht, mögliche Gefahren zu übersehen oder Chancen nicht wahrzunehmen.

Anders als in den westlichen Industrienationen sind die Märkte in Emerging Markets oft noch in einem großen Wandel begriffen, woraus sich für Unternehmen Möglichkeiten und Risiken ergeben. Zum einen sind hohe Wachstumsraten über einen relativ langen Zeitraum möglich, zum anderen kann es jedoch auch zu einem harten Verdrängungskampf kommen. Aus diesen Gründen sind auch die Aktienmärkte in Emerging Markets oft vergleichsweise volatil, weisen also hohe Ausschläge nach oben und unten auf. Für Anleger bedeutet das, dass sie mittel- bis langfristig orientiert sein und sich nicht auf einzelne Unternehmen oder Branchen konzentrieren sollten. Diversifikation ist gerade bei der Investition in Emerging Markets eine wichtige Strategie.

Mit Blick auf die Risikobewertung dieser Märkte lässt sich sagen, dass hier ganz andere Dinge als in Industrieländern beachtet werden müssen. So kann es sein, dass sich die politischen Rahmenbedingungen innerhalb kürzester Zeit ändern, wodurch wiederum die regionalen Börsen stark beeinflusst werden. Ein weiterer Punkt ist das Rechtssystem, das sich in vielen Emerging Markets ebenfalls noch im Umbruch befindet. Diese und weitere Gründe bedeuten, dass es nicht unbedingt ratsam ist, sich ausschließlich auf Emerging Markets zu konzentrieren. Derartige Geldanlagen sind für jedes Portfolio eine sinnvolle Ergänzung, allerdings sollten sie mit weniger risikoreichen Anlagen kombiniert werden.
 
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